Vfl wolfsburg vor dem absturz: magath soll die letzte kugel sein

Die Wölfe heulen, aber niemand führt sie aus dem Wald. Nach dem 1:2 gegen Hamburg ist der VfL Wolfsburg auf einem Abstiegsplatz gelandet, die Fans zünden Schals an, die Spieler liefern sich eine Rangelei auf dem Rasen – und Dietmar Hamann zückt den Revolver: „Die Rettung heißt Felix Magath.“

Hamann fordert magath als notarzt für eine schon fast leblose mannschaft

Der ehemalige Nationalspieler spricht offen aus, was in Wolfsburg seit Wochen durch die Gänge schwirrt: Daniel Bauer hat die Kontrolle verloren. „Die Aussagen nach dem letzten Spiel wären für mich allein ein Trennungsgrund. Wer so spricht, hat die Kabine längst verloren“, sagt Hamann. Die Zahlen sind gnadenlos: Neun Spiele Rückrunde, kein Sieg, zwei Punkte. Der 1:8 in München war kein Ausrutscher, es war der Startschuss zur Talfahrt.

Hamanns Rezept: Magath. Der 70-Jährige, der den VfL 2009 zur Meisterschaft coachte, gilt als letzte Patrone. „Du brauchst jemanden, der Druck nicht nur aushält, sondern ihn umformt. Magath spielt mit dem Angstklima, er hat’s erfunden“, sagt Hamann. Die Spieler seien „deutlich besser, als sie zeigen – aber sie verstecken sich“. Das Gegenteil von Magath eben.

Grabara tapst, schwegler resigniert – kein anführer in sicht

Grabara tapst, schwegler resigniert – kein anführer in sicht

Torwart Kamil Grabara kassierte bereits 55 Gegentore, bei der 1:1-Situation wirkt er wie ein Mann, der die Richtung seines eigenen Schlagschatten sucht. Patrick Helmes, ehemaliger Wolfsburger Stürmer, spart nicht: „Das ist kein Kindergeburtstag. Er tapst ins Leere.“ Doch das Problem sitzt tiefer. Sportdirektor Pirmin Schwegler trat nach Schlusspfiff vor die Presse – und klang, als hätte er die Lizenz schon abgegeben. „Wenn ich den höre, glaube ich, die haben den Spielbetrieb eingestellt“, sagt Hamann.

Die Kabine ist laut, aber nur nach Abpfiff. „Dann sind sie mutig“, spottet Hamann. „Auf dem Feld fehlt jemand, der sich selbst und die anderen in den Arsch tritt.“ Stattdessen gibt es Rudelbildung, erhobene Zeigefinger – und null Punkte. Die nächsten neun Spiele sind kein Endspiel mehr, es ist ein Nadelöhmkampf gegen die eigene Existenz.

Wolfsburg hat zwei Optionen: Magath holen und sich der Schocktherapie unterziehen – oder weitermachen wie bisher und im Mai die Amateurliga grüßen. Die Uhr tickt. Die Patrone liegt bereit. Aber die Wölfe müssen abdrücken, sonst schießt die 2. Liga zurück.