Vfl oldenburg stürzt sich ins favoriten-duell: blomberg wartet mit revanche-blut

17 Uhr, Blomberg. Da steht Marie Steffen in der kleinen EWE Arena, schaut zur Tribüne und spürt den Pulsschlag der Tabellenzweiten. 30:4 Punkte hat die HSG, nur zweimal verloren – eines dieser Spiele war gegen den VfL Oldenburg. Jetzt will sich das Spitzenteam zu Hause die Haut zurückholen.

Oldenburg reist mit leeren bank und vollem selbstvertrauen

Oldenburg reist mit leeren bank und vollem selbstvertrauen

Den Gästen fehlt halb Mittelfeld. Seit dem Jahreswechsel nagt die Verletzungskurve am Rückraum, und die 14-tägige Pause hat die Liste nicht gekürzt – sie verlängert sie. Niels Bötel muss auf Juniorentalente zurückgreifen, um überhaupt zwölf Feldspieler zusammenzuklauben. Der Coach bleibt dennoh klar: „Blomberg ist Favorit, aber wir wissen, dass wir Top-Teams weh tun können.“ Die 30:26-Hinspiel-Sensation liegt noch in den Knochen.

Die Rechnung ist einfach: Gewinnt Oldenburg heute, dürfte ein weiterer Erfolg aus den restlichen drei Partien reichen, um Playoff-Rang fünf zu sichern. Verliert es, wird die Luft für die Verfolger dicker. Die Punktejagd endet am 14. Mai, bis dahin müssen vier Spiele in zwei Wochen passen. Keine Rotation, nur Durchzug.

Für Blomberg hingegen wäre ein Sieg mehr als Prestige. Nach der Pokal-Niederlage gegen Dortmund will das Team vor heimischem Publikum beweisen, dass es im März noch nicht den Fuß vom Gas nimmt. Die HSG-Akteure laufen mit Revanche-Blut im Schild, die Oldenburger mit der Leichtigkeit derer, die nichts zu verlieren haben.

Entscheidend wird, wie lange der VfL das Tempo der Hausherren mitgehen kann. Fällt die Führung früh an die HSG, droht ein offener Schlagabtausch. Gelingt es Oldenburg, durch sichere Siebenmeter und schnelle Gegenstöße das Spiel bis zur 45. Minute offen zu halten, schleicht sich vielleicht wieder diese eine Unruhe ins Blomberger Spiel, die Steffen & Co. im Hinspiel ausgenutzt haben.

Am Ende zählt eine Zahl: 30. Genau so viele Punkte hat Blomberg bereits auf dem Konto. Holt Oldenburg heute zwei davon, verliert die HSG nicht nur Zähler, sondern auch den letzten psychologischen Vorteil gegen den Angstgegner aus dem Norden. Dann bleibt von der Revanche nur noch der Name übrig.