Vfl oldenburg: hbf-entscheidung sorgt für heftige kritik

Die Handball Bundesliga Frauen (HBF) hat dem VfL Oldenburg einen herben Schlag versetzt: Verweigerung des Jugendzertifikats und eine empfindliche Geldstrafe von 12.000 Euro. Der Verein kontert mit scharfer Kritik an den Bewertungskriterien und der Unverhältnismäßigkeit der Sanktionen. Ein Fall, der die Frage aufwirft, wie ernst es dem Verband mit der Förderung der Nachwuchsarbeit wirklich ist.

Der zorn des vfl: "ein witz!"

Andreas Lampe, Geschäftsführer, Vorstandsmitglied der HBF und Trainer des Junior-Teams des VfL Oldenburg, kann seinen Unmut kaum verbergen. "Die Begründung war und ist ein Witz. Wir machen hier seit Jahren eine super Jugendarbeit. Statt diese zu honorieren, müssen wir jetzt sogar eine Strafe zahlen!" Die HBF begründet die Entscheidung mit Defiziten im Bereich des "angeleiteten Krafttrainings".

Doch der VfL wehrt sich: "Wir erfüllen sämtliche geforderten Kriterien!" Die Spielerinnen des Vereins absolvieren regelmäßig individuelle Trainingspläne in einem externen Fitnessstudio, unterstützt durch digitale Programme und qualifiziertes Personal. Lampe ist empört: "Ich sehe keinen Unterschied. Bei uns arbeiten alle Spielerinnen anhand einer App ihr Programm ab. Für Fragen und zur Betreuung steht ein Trainer des Fitness-Studios zur Verfügung. Was will der Verband also mehr?"

Nachwuchsarbeit trotz internatsfehls

Nachwuchsarbeit trotz internatsfehls

Trotz fehlendem Handball-Internat leistet der VfL Oldenburg laut eigenen Angaben eine "durchgehend professionelle und erfolgreiche Nachwuchsarbeit". Die Erfolge sprechen für sich: Mehrere Spielerinnen des aktuellen Bundesliga-Kaders – darunter Madita Kohorst, Toni-Luisa Reinemann und Lana Teiken – haben den Weg durch die Nachwuchsabteilung des VfL in den Profibereich geschafft.

Die finanzielle Belastung ist enorm. Der Verein investiert mehr als 100.000 Euro in die Jugendarbeit, während andere Vereine ohne Internat deutlich weniger ausgeben. Die 12.000 Euro Strafe sind für den VfL eine erhebliche Summe.

Verbandslogik in der kritik

Verbandslogik in der kritik

Lampe kritisiert die Prioritäten der HBF: "Während für infrastrukturelle Defizite wie eine nicht ligataugliche Halle geringere Strafen anfallen, werde die Nachwuchsarbeit deutlich stärker sanktioniert. Das ist der Jugendarbeit abträglich. Das Geld fehlt den Klubs und offenbar ist dem Verband die Hallensituation wichtiger als die Förderung der Jugendarbeit. Das ist nicht professionell."

Die HBF verteidigt die Regelung mit dem Hinweis, dass die Gelder in Projekte fließen, die die Nachwuchsarbeit fördern. Doch der VfL Oldenburg sieht in der aktuellen Praxis keine angemessene Würdigung seines Engagements und fordert eine Überprüfung der Bewertungsmaßstäbe. Die Situation zeigt deutlich, dass die Förderung des Nachwuchshandballs in Deutschland vor großen Herausforderungen steht – und dass der VfL Oldenburg keineswegs bereit ist, diese Herausforderungen stumm hinzunehmen.