Vfb-frauen knacken zweitliga-rekord: 20.150 karten weg, mainz kommt

Die MHP Arena bebt schon vor dem Anpfiff. 20.150 Tickets sind weg – und es sind noch 17 Tage bis zum Spiel. Der VfB Stuttgart wird am 21. März gegen Mainz 05 den bisherigen Zweitliga-Zuschauerrekord der Frauen pulverisieren, den 1. FC Union Berlin mit 20.132 Zuschauern aufgestellt hatte.

Wehrle jubelt, aber die bundesliga-marke bleibt ferne

Wehrle jubelt, aber die bundesliga-marke bleibt ferne

Alexander Wehrle kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Einfach sensationell“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Gemeinsam wollen wir jetzt im Endspurt noch einen draufsetzen.“ Die Aufforderung geht an die VfB-Familie, aber auch an alle, die Frauenfußball in Deutschland endlich als Massenphänomen entdecken wollen. Denn die Kulisse wird riesig, doch die Bundesliga-Liga-Rekordmarke von 57.762 Zuschauern, die der FC Bayern gegen Leverkusen im September 2025 aufstellte, bleibt in weiter Ferne.

Die Zahren sprechen trotzdem eine klare Sprache: Der Frauenfußball hat die Kurve gekriegt. Wo vor Jahren 500 Zuschauer als Erfolg galten, füllt sich jetzt eine 60.000-Arena. Die Baden-Württemberger liegen als Tabellenführer vorne, der Gegner aus Mainz schielt auf den Aufstieg. Das Duell hat Spitzenspiel-Charakter – und die Fans buchen, als ginge es ums Finale.

Die Logik ist simpel: Erstliga-Atmosphäre kostet in Stuttgart nur 10 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Kinder. Dazu setzt der Klub auf kostenlosen Bahn-Rabatt, Fanmärsche und ein Programm mit Autogrammstunde. Die Marketing-Abteilung hat verstanden, dass Frauenfußball kein Nischenthema mehr ist, sondern ein Produkt, das sich verkaufen lässt, wenn man es ernst nimmt.

Die Folge: Die schwarz-graue Community wächst rasant. VfB-intern heißt es, dass innerhalb von 48 Stunden nach dem Rekord-Update weitere 1.200 Tickets weggingen. Die Zahlen steigen stündlich. Die Arena wird nicht komplett voll sein, aber der Blick von der Gegengerade wird trotzdem atemberaubend sein: Mehr Frauen, mehr Familien, mehr Gesichter, die früher vielleicht nur Bundesliga-Herren gesehen haben.

Union Berlin darf den alten Rekord behalten – als Erinnerung an den Mai 2025, als die Eisernen den Aufstieg feierten. Für Stuttgart ist das Spiel aber mehr als ein Rekord. Es ist ein Statement: Wir sind bereit, die nächste Stufe zu nehmen. Und wenn am 21. März der Schiri pfeift, wird nicht nur ein neuer Zuschauerrekord stehen. Es wird auch ein Signal sein, dass der Frauenfußball in Deutschland endlich auf der großen Bühne angekommen ist.