Vfb suhl steht vor dem ersten meistertitel – nur noch ein sieg trennt sie von geschichte
Ein einziger Satz. Vielleicht sogar nur ein Aufschlag. Dann könnte die Wolfsgrube explodieren. Die Volleyballerinnen des VfB Suhl führen im Finale gegen Dresden mit 2:0 – und haben am Mittwoch (19 Uhr) auf heimischem Parkett den Matchball auf die Bundesliga-Krone.
17 Heimsiege in Serie. Kein Team kam in dieser Saison an der Thüringen-Arena vorbei – außer einer: Dresdner SC. Genau jene Gegner, die nun als Letzte den Suhler Triumph noch verhindern können. Die Sachsen drehten 2021 ein 0:2 gegen Stuttgart und feierten den Titel. Ein Déjà-vu? „Das lassen wir uns nicht mehr nehmen“, sagt Teammanager Jens Haferkorn. Kein Pathos, nur eine Feststellung.
Handballer des thsv eisenach reisen an – ganz thüringen fiebert
Peter Walz, Kapitän des Handball-Bundesligisten ThSV Eisenach, wird mit Kollegen anreisen. Keine offizielle Delegierung, sondern Fans auf Tribüne eins. „Wir wollen lärmen, bis die Decke wackelt“, sagt Walz. Das Match ist längst sportartübergreifendes Ereignis geworden. In den sozialen Gruppen von Fußball-, Handball- und Radsportlern ist nur ein Thema: Wolfsgruppe um 19 Uhr.
Emma Sambale, Diagonalangreiferin des VfB, versucht, den Hype außen vor zu lassen. „Wir denken Satz für Satz, nicht an Pokale oder Fotos“, sagt sie im MDR. Klingt nach Standard-Antwort, aber ihre Stimme zittert. Die 24-Jährige weiß: Ein Aufschlag kann hier alles verändern.

Dresden zittert, aber schweigt nicht
Bei Dresden fehlen Mittelblockerin Mette Pfeffer und Libera Patricia Nestler nicht nur auf dem Papier. Beide spielen, aber beide kämpfen mit grippalem Infekt. „Kämpfen können wir, das wissen alle“, sagt Pfeffer. Trainer Alexander Waibl gibt sich kämpferisch: „Wir schlagen zurück, wenn man uns auf die Bretter legt.“ Nestler setzt auf Nerven: „Suhl muss das auch durchziehen. Wir machen den Strich.“
Fakt ist: Seit dem Pokalsieg Ende Februar haben die Thüringerinnen 18 von 19 Pflichtspielen gewonnen. Die einzige Niederlage? Testspiel in Polen, zählt nicht. Die einzige Heimpleite? Erstes Heimspiel der Saison. Gegner: Dresden. Die Statistik lacht, aber sie lügt auch gern.

Historie oder herzinfarkt – mehr gibt es nicht
Gewinnt Suhl, wäre es der erste Meistertitel des Vereins – und das Double aus Pokal und Liga nach nur 24 Jahren Klubgeschichte. Verliert das Team, reist es am Sonntag nach Dresden. Dann wäre die Serie vorbei, die Magie verpufft. „Wir haben nichts zu verlieren“, sagt Waibl. Richtig. Aber Suhl hat alles zu gewinnen.
Die Tickets sind seit Tagen ausverkauft, auf dem Parkplatz stehen bereits Wohnmobile. Eine Region hält den Atem an. 19 Uhr, Mittwoch, Wolfsgrube. Entweder Geschichte – oder Herzinfarkt.
