Vfb stuttgart patzt wieder gegen kellerkinder – champions-league-traum rückt in fern
Mainz – Der VfB Stuttgart schafft es wieder einmal nicht, gegen ein Team aus der unteren Tabellenregion zu gewinnen. Beim 2:2 in Mainz verschenkten die Schwaben nicht nur zwei Punkte, sondern auch ein Stück Selbstvertrauen in den heißen Kampf um die Champions-League-Plätze.
Die schwäche gegen die „kellerkinder“ wird zum muster
Seit Wocen plagt Stuttgart dieselbe Krankheit: Gegen die Großen glänzen, gegen die Kleinen stolpern. Nach dem 1:2 in St. Pauli, dem 3:3 in Heidenheim und nun dem 2:2 in Mainz holten die Stuttgarter gerade mal fünf Punkte aus vier Spielen gegen die Plätze 14, 15, 17 und 18. Für einen Verein mit Anspruch auf internationale Topspiele ist das ein Armutszeugnis.
„Es tut einfach weh“, sagte Ermedin Demirovic nach der Partie im Mewa-Forum. Der Stürmer traf zwar zum zwischenzeitlichen 2:1, konnte aber nicht verhindern, dass Danny da Costa in der Nachspielzeit den umjubelten Ausgleich erzielte. „Wir laden die Gegner ein, mit einfachen Ballverlusten zurück ins Spiel zu finden“, kritisierte der Bosnier.

Hoeneß spricht von einem phänomen – doch das reicht nicht
Trainer Sebastian Hoeneß spricht nach dem Spiel von einem „Phänomen, das man nicht nur bei uns sieht“. Gemeint ist die Unberechenbarkeit der Endphase, in der Abstiegskandidaten zu Biss-Monstern mutieren. Doch bei genauerem Hinsehen: Andere Topteams finden Wege, solche Spiele trotzdem zu gewinnen. Stuttgart nicht.
Die Statistik ist gnadenlos: In den letzten fünf Auswärtsspielen gegen Teams aus den unteren vier Plätzen holte der VfB genau einen Sieg – und der war Anfang Februar gegen Bochum. Die Punkte liegen auf dem Rasen, nicht in der Theorie.

Der „dreckige sieg“ blieb aus – und das hat folgen
Hoeneß hätte „den dreckigen Sieg gerne mitgenommen“, gab aber offen zu, dass der Mainzer Punkt „verdient“ war. Das Problem: Die Konkurrenz aus Leipzig und Hoffenheim gewann am Wochenende. Leverkusen holte zumindest ein Remis. Stuttgart behielt Rang vier, doch der Rückstand auf Platz drei wächst, der Vorsprung auf Rang fünf schmilzt.
Nächste Woche kommt mit RB Leipzig bereits der nächste Prüfstein. Vor der Partie fordert Demirovic vor allem eins: „Locker bleiben.“ Denn genau in dieser Lockerheit sieht er das Geheimnis der besten VfB-Auftritte. Doch angesichts der aktuellen Serie gegen die vermeintlich Schwachen ist das leichter gesagt als getan.
Stuttgart muss lernen, dass Spiele gegen Mainz, St. Pauli oder Heidenheim nicht weniger wert sind als ein Topspiel gegen Bayern. Wer international will, muss auch im Matsch gewinnen. Sonst bleibt der Traum von der Champions League ein Hirngespinst – und die Saison endet in der Trostlosigkeit der Europa League.
