Veszprém-boss droht stars mit lohngestriche – mahé enthüllt die hinterbühne

Csaba Bartha zieht den Hammer. Der Geschäftsführer von One Veszprém HC kündigt "harte Strafen" an, sollte der Klub die Saisonziele verfehlen – und meint damit nicht nur die sportliche Blamage, sondern auch dicke Gehaltskürzungen für Nedim Remili, Ivan Martinovic und Co.

Kentin mahé lüftet das geheimnis

"Das ist reine Show für die Tribüne", sagt der frühere Veszprém-Regisseur, heute VfL-Gummersbach-Profi. "Ich habe drei solcher Presseschläge miterlebt. Die Klauseln stehen fest im Vertrag, also bleibt alles heiße Luft." Mahé spielte von 2018 bis 2024 für die Ungarn und kennt die Mechanik der Macht: „Bartha will den Fans beweisen, dass er handelt. Die wollen Blut sehen, wenn die Champions-League-Gruppenphase nur Platz fünf bringt.“

Die Zahlen sind gnadenlos. Nach zehn Spielen in der Königsklasse steht Veszprém mit 9:11 Punkten da – das schlechteste Ergebnis seit 2015. Die Ansprüche aber sind gigantisch: vier Finalteilnahmen in den letzten zwölf Jahren, aber kein Titel. Bartha, 2006 promoviert, seit 2013 außerordentlicher Professor an der budapester Semmelweis-Universität, kennt die Formel aus Lehrbüchern und Leidenserfahrung. Er übernahm im Sommer 2024, pumpte 15 Millionen Euro in neue Stars, verpflichtete für den Sommer 2025 Lukas Jörgensen und Emil Nielsen – und droht nun denselben Akteuren mit Demotions und Einbußen.

Die fans sind der eigentliche boss

Die fans sind der eigentliche boss

Veszprém ist kein normaler Club, sondern ein Dorf mit 3 000 Plätzen, das sich wie 30 000 anfühlt. „Die Leute hier sprechen Handball, bevor sie laufen lernen“, sagt Mahé. „Sie zahlen 80 Euro fürs Jahresabo, schmieden ihre Trikots selbst und schreien dir ins Ohr, wenn die Zweikampfquote unter 60 Prozent rutscht.“ Bartha muss diesem Druck standhalten. Seine Drohung: Wer nicht liefert, fliegt – oder spielt künftig für die B-Elf und kassiert 40 Prozent weniger Fixum.

Doch intern lacht man. Die Verträge sind garantiert bis 2026 oder 2027. „Kein Spieler wird unterschreiben, dass man ihm bei CL-Aus schon im Dezember das Gehalt halbiert“, versichert Mahé. „Bartha weiß das. Er will nur das Signal senden: Ich bin der neue Sheriff.“

Die nächste transferwelle kommt trotzdem

Die nächste transferwelle kommt trotzdem

Bereits jetzt kreisen Scouts durch Skandinavien und dem Balkan. Gesucht: ein Linkshänder mit 50-Tore-Quote und ein Kreisläufer, der gegen 120 kg Körpergewicht immun ist. Denn der Traum lebt weiter. „Wenn Veszprém die Champions League gewinnt, kann Bartha auf dem Marktplatz von Veszprém Bürgermeister werden“, scherzt Mahé. „Verliert er, ist er trotzdem Professor – und die Stars trotzdem reich. Die einzigen, die wirklich bluten, sind die Anhänger, die jeden Cent zweimal umdrehen, um ihre Tickets zu kaufen.“

Am 20. Februar beginnt die K.o.-Phase. Gegner: Barcelona. Die Arena wird wieder kochen, Bartha wird in der VIP-Loge sitzen – und vermutlich wieder mit dem Hammer wedeln. Ob er jemals zuhaut? „Unwahrscheinlich“, sagt Mahé. „Aber die Show gehört dazu. Solange der Ball rollt, rollt auch das Geld. Und solange das Geld rollt, rollt Veszprém – irgendwie.“