Verstappens stunde null: 70 millionen, eine geheimklausel und die frage aller fragen

Raymond Vermeulen hat den Countdown gestartet. Der Manager des viermaligen Weltmeisters lässt verlauten, dass Max Verstappen bis zum Sommerpause-Ende nach Spa klar entscheiden will: bleiben, wechseln oder aufhören – mit 31.

Der vertrag, den keiner lesen wollte

Zwar steht im Papier bis 2028, doch zwischen den Zeilen tickt eine Bombe. Liegt Verstappen nach dem Belgien-GP nicht unter den Top-3 des Fahrer-WM, darf er per Klausel automatisch ausbrechen. Die gleiche Klausel, die 2025 brach, weil er noch nicht ziehen wollte. „Unser Vertrag endet 2028, natürlich gibt es Ausstiegsregelungen – bisher haben wir nie an sie geklopft“, sagt Vermeulen im Sport Bild und streicht damit beiläufig die rote Linie, die jetzt sichtbar wird.

Die Rechnung dahinter ist einfach: Red Bull zahlt 70 Millionen Dollar pro Jahr. Kein anderes Team kann das stemmen. Doch Geld ist nicht das Einzige, was zählt. Nach dem Exodus von Christian Horner und Helmut Marko sitzt Verstappen allein auf dem Sport-Thron. Strategie, Setup, Entwicklungsrichtung – letztes Wort hat er. Solche Macht besitzt kein zweiter Fahrer im Feld.

Mercedes wartet, die fia liefert

Mercedes wartet, die fia liefert

Über die Silbernen flüstert es schon länger. Toto Wolff ließ sich zuletzt in Montreal blicken, und die Nummer 44 ist frei. Doch Verstappen spielt offen. Die neuen Motorenpläne der FIA – 60 % Verbrenner, 40 % E-Maschine bis 2028 plus erhöhter Kraftstofffluss – gefallen ihm. „Schritte in die richtige Richtung“, kommentierte er trocken. Das klingt wie eine Zusage an Red Bull, die im Hybrid-Zeitalter nie so richtig losgelaufen ist.

Die Zeitschiene ist eng. „Wir wollen schnell klären, wo die Reise hingeht, idealerweise vor der Sommerpause“, so Vermeulen. Das bedeutet: binnen sechs Rennen muss Red Bull liefern – Poles, Podeste, Punkte. Sonst öffnet sich die Fluchttür.

Ein leben nach red bull

Ein leben nach red bull

Die emotionale Seite bleibt. Verstappen kam mit 17, von der Getränkemarke aus der Dose direkt in die Königsklasse. Ein unrühmlicher Bruch wäre ein offener Riss in der Geschichte. Doch der Druck wächst. Die Gerüchte um einen möglichen Karriere-Ausstieg mit 31 sind kein Bluff – sie sind Teil des Poker-Spiels.

Fakt ist: Wenn Verstappen vor Spa in den Top-3 liegt, bleibt die Klausel Makulatur. Falls nicht, darf er gehen. Die Billionenfrage lautet also nicht, ob Red Bull ihn halten will – sondern ob das Auto schnell genug ist, um ihn überhaupt halten zu dürfen. Die Antwort kommt in weniger als zehn Wochen.