Verstappen spielt mit karriere-ende: «ich habe keinen spaß mehr»

Max Verstappen schmeißt die Flucht-Tür auf. Nach dem Grand Prix von Japan spricht der viermalige Weltmeister offen über einen Rücktritt noch vor Vertragsende 2028 – weil ihn die neue Formel 1 kaltlässt.

Platz acht in Suzuka, das ist für Verstappen nicht nur ein Ergebnis, es ist ein Signal. «Ich habe keinen Spaß mehr an der ganzen Sache», sagt er beim britischen Radiosender BBC 5 Live. Die Frage, ob er sich einen Abschied nach dieser Saison vorstellen könne, beantwortet er mit einem schroffen: «Genau das meine ich.»

Der hybrid-sport frustriert den sieger-typen

Verstappen hasst das ständige Laden der Batterie, die Energy-Mode-Schacherei, das Getrickse mit der Elektro-Power. In Suzuka setzt er Alpine-Pilot Pierre Gasly mit vollem Akku außen, doch auf der folgenden Geraden fliegt der Franzose mit leerem Pack zurück vorbei. «Das ist die Geschichte des Tages», knurrt Verstappen. «Du überholst, wirst sofort wieder überholt – und dabei fühlt sich das Ganze nicht wie richtiges Rennfahren an.»

Die Zahlen bestätigen seine Lage: 22 Rennen in 2026, 24 geplant für 2027, dazu Testtage, Simulator, Sponsorenpflichten. «Ich frage mich: Lohnt sich das? Oder genieße ich es mehr, zu Hause bei meiner Familie zu sein?» Der Niederländer betont, privat sei er «sehr glücklich», doch die Strecke sei mittlerweile nur noch Abarbeiten.

Red bull ringt um antwort – und um motivation

Red bull ringt um antwort – und um motivation

Teamchef Christian Horner bekommt die Frustration live mit. Verstappens Vertrag läuft noch drei Jahre, doch Verträge zählen wenig, wenn der Kopf bereits im Flugmodus ist. Vater Jos Verstappen hatte der «Telegraaf» vor dem Rennen eingestanden: «Er verliert die Motivation.»

Die Königsklasse hat sich in eine Effizienz-Show verwandelt, in der der Pilot nur noch Co-Pilot seines Energie-Managers ist. Verstappen gewann 61 Grands Prix, aber das zählt nicht, wenn das Regelwerk ihn zu einem Akku-Wärmer degradiert. «Ich bin bereit, achter oder siebter zu werden, wenn das Rennen Spaß macht», sagt er. «Aber so? Das ist nicht das, was ich machen will.»

Die Formel 1 kann sich warm anziehen: Ohne ihre größte Box-Office-Figur wird die Show kleiner, egal wie viele Rennen der Kalender füllt. Verstappen deutet an, dass er schon morgen die Reißleine ziehen könnte. Die nächste Runde beginnt – vielleicht ohne ihn.