Verstappen siegt auf dem nürburgring – dann kassiert red bull den nächsten schlag
Max Verstappen lachte im Parc fermé, Sektkorken knallten – zwei Stunden später war die Freude Geschichte. Die Nürburgring-Langstrecken-Serie schob den Holländer wegen eines Reifen-Patzers raus, die Sieg-AMG GT3 wurde nachträglich abgewunken.
Starker auftritt, schwaches ende
Der viermalige Formel-1-Weltmeister war nach der Quali schon auf Pole, fuhr im Rennen mit der Mercedes-AMG GT3 von Winward Racing 9:24 Minuten Vorsprung heraus und feierte den ersten GT-Sieg seiner Karriere. Doch das Team hatte in der Q-Session sieben statt erlaubter sechs Reifensätze aufgezogen – ein Verstoß gegen Artikel 8.3.4 der NLS-Bibel. Der Sieg wanderte zur BMW von Rowe Racing, Verstappen rutschte auf Rang zwei – und dann ganz raus.
„Ich habe mich wie zuhause gefühlt“, sagte er noch vor der Disqualifikation. „Die Nordschleife ist verrückt, aber genau das liebe ich.“ Für Red Bull war es der nächste Tiefschlag nach den Motoren-Ausfällen in Australien und China. Verstappen hatte vorher öffentlich über die neue F1-Technik geschimpft: „Das fühlt sich wie Mario Kart an, nur ohne Spaß.“ Sein Simulator steht inzwischen in der Ecke, dafür liegt auf dem Beifahrersitz die Nintendo Switch.

Der frust sitzt tief
Die Zahlen sind hart: Kein Podest nach drei Rennen, nur 16 Punkte – so schlecht startete Red Bull zuletzt 2015. Verstappen flog trotzdem nach Suzuka, seine Lieblingsstrecke. Dort gewann er 2023 souverän, doch diesmal droht erneut ein Wochenende mit Startplatzstrafen und Technik-Angst. Teamchef Christian Horner verspricht Updates, doch die Entwicklungsfenster sind eng. Die Luft in der Boxengasse riecht nach Panik.
Verstappen selbst bleibt cool. „Ich komme wieder“, sagte er kurz nach der Nürburgring-SDQ und lächelte gequält. Die Frage ist nur: Wann? In Suzuka muss er liefern, sonst ist der Titelkampf vor dem Sommer gelaufen. Er selbst weiß: „Wenn alles schiefgehen kann, tut es das auch.“ Die Murphy-Quote liegt bei 100 Prozent – und die Saison ist noch lang.
