Verstappen jagt reporter raus – red bull reagiert sofort
Ein Reporter, ein Boykott, ein Eklat: Max Verstappen verweigerte am Donnerstag in Suzuka die Medienrunde, weil Giles Richards von der Guardian im Raum saß. Erst als der Brite das Hospitality verließ, trat der Weltmeister ans Mikro. Die Szene dauerte wenige Minuten, reicht aber, um das Fahrerlager aufzuheizen.
Warum verstappen plötzlich „nein“ sagte
Der Niederländer reagierte auf eine Frage Richards beim Saisonfinale 2025 in Abu Dhabi. Was genau ihn stört, behielt er für sich. Doch die Botschaft war klar: Wer ihn kritisch befragt, fliegt raus. Red Bull stellte den 28-Jährigen daraufhin zur Rede. Teamchef Laurent Mekies lud ihn am Freitagmorgen zum Gespräch. Ergebnis: Journalisten werden nicht aus der eigenen Hospitality ausgeschlossen – Punkt. Verstappen zog zurück, der Vorfall gilt intern als erledigt.
Die Faktenlage spricht trotzdem gegen ihn. Verstappen handelte gegen das Red-Bull-Credo: Transparenz statt Zensur. Doch niemand im Team träumt von Konsequenzen. Der viermalige Champion ist zu wichtig – sportlich wie psychologisch. Mitarbeiter nennen ihn „Anker“ und „Motivation in Carbon“. Wer den Stern beschädigt, riskiert die Stimmung im Werk.

Platz fünf – das nagt am selbstbild
Vielleicht war es genau diese Verwundbarkeit, die Verstappen durchsickern ließ. Red Bull liegt in der Konstrukteurs-WM nur auf Rang fünf, der Fahrer auf Position acht. Die Titel sind weit weg, die Aerodynamik lahmt, die Mechaniker hetzen von Krise zu Krise. Druck entlädt sich manchmal in Nebenschauplätzen – etwa bei einer Medienrunde in Japan.
Mekies muss nun zwei Fronten bedienen: die Gefühle seines Superstars und die Erwartung der Muttergesellschaft, endlich wieder zu gewinnen. Wer in der Krise den Ruf des Teams verletzt, handelt gegen die eigende DNA, lautet die Devise. Doch intern heißt es auch: „Erst Siege, dann Moral.“ Solange das Auto nicht schneller wird, bleibt die Stimmung angespannt.
Am Sonntag um 7 Uhr deutscher Zeit geht’s los in Suzuka. Dann zählt nur noch Stop-and-Go, nicht mehr Show-and-Tell. Verstappen will nach vorn, Red Bull nach oben. Der nächste Ausraster wäre da mehr als unbequem – er wäre ein Luxus, den sich aktuell keiner leisten kann.
