Verstappen droht formel 1 mit le-mans-flucht: „ich will nicht nur ein f1-fahrer sein“

Max Verstappen hat genug. Vor dem Großen Preis von China verrät der viermalige Weltmeister, dass er die Formel 1 nicht ewig ausbaden will. Stattdessen jagt er jetzt neue Adrenalinquellen – und schießt dabei gegen das neue Reglement, das er mit Mario Kart vergleicht.

„Ich bin im perfekten alter, um woanders zu gewinnen“

Der Niederländer redet Tacheles. „Ich muss nicht nur ein Formel-1-Fahrer sein“, sagt er in Shanghai und lacht dabei nicht. Mit 28 Jahren sieht er sich auf dem Höhepunkt seiner körperlichen Schärfe. „Und das will ich nicht machen, wenn ich 40 bin.“ Die Botschaft: Jetzt oder nie. Deshalb hat er sich für Mai einen Einsatz beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gesichert – im Mercedes-AMG GT3. Le Mans und Spa folgen. Für Verstappen sind das keine Hobby-Runden, sondern ein Ventil für echte Rennlust.

Die Quelle seiner Frustration: das 2026er-Reglement. Neue Hybrid-Module, mehr elektrische Leistung, engeres Packmaß. Der RB20 fühlt sich für ihn wie ein übermotorisierter Game-Boy an. „Es macht mir keinen Spaß, dieses Auto zu fahren“, sagt er offen. In Melbourne startete er zwar von Platz 20 auf Rang 6, doch die Show zählt für ihn nicht. „Ich trainiere ein bisschen Mario Kart, die Pilze kann ich dort schon ziemlich gut einsetzen“, spottet er und parodiert damit die Boost-Zonen der neuen Strecke und die Spielchen mit Batterie-Ladestrategien.

Politik statt ps – deshalb flieht verstappen

Politik statt ps – deshalb flieht verstappen

Was ihn in der Langstrecken-Welt reizt, ist das, was er in der Formel 1 immer öfter vermisst: weniger Kommissionen, mehr Kommissfreiheit. „Dort ist das Umfeld weniger politisch, ich kann mehr ich selbst sein“, erklärt er. Gemeint sind Steuerungsgruppen, die über Zukunftsmotoren, Budgetcaps und Sprint-Qualifyings entscheiden. Verstappen will sich nicht länger in Power-Point-Schlachten verbeißen, sondern durch Nacht und Nebel scheuchen – 24 Stunden am Stück.

Red Bull kann ihn nicht bremsen. Der Vertrag läuft bis 2028, doch Verstappen hat eine Ausstiegsklausel, die bei sportlichen wie technischen Rahmenbedingungen zieht. Teamchef Christian Horner hört die Warnsignale, weiß aber: Wenn Verstappen geht, verliert die Formel 1 ihre aktuell größte Galionsfigur.

Für die Fans bleibt die Frage, wie lange die Königsklasse ihren König bei Laune halten kann. Die Antwort liefert Verstappen selbst: „Ich will nicht gehen, aber ich wünschte, ich hätte mehr Spaß.“ So sehr, dass er bereit ist, seine Karriere neu aufzuteilen – 50 Prozent Formel 1, 50 Prozent pure Rennsucht. Die Uhr tickt. Die Pilze sind geladen.