Verena wieder flüchtet vor der null – stuttgart pokert auf tor-garantie
Null Tore, null Hemmungen. Nach einem blutleeren Werder-Jahr zieht Stürmerin Verena Wieder den Stecker, schlägt den Kopf nicht länger gegen Bremer Abwehrwände, sondern unterschreibt bis 2028 beim Aufsteiger VfB Stuttgart. Die Botschaft: neue Stadt, neues Glück, neue Tore.
Ein abgang mit lautem echo
Die 25-Jährige kam 2024 als Hoffnungsträger von Bayer Leverkusen, verließ das Rheinland mit 32 Pflichtspielen und nur zwei Treffern – Statistiken, die selbst harte Defensivspezialisten ins Stolpern bringen. In dieser Spielzeit stand sie zwölf Mal auf dem Platz, blieb ohne ein einziges Mal jubeln zu dürfen. Für eine Neun ist das ein Todesurteil. Werder-Trainerin Friederike „Fritzy“ Kromp verpackt die Wahrheit höflich: „Wir bedanken uns für ihren Einsatz.“ Was innerhalb der Liga heißt: Danke für die Geduld, aber wir brauchen endlich Zähler.
Stuttgart dagegen spielt Pokerspiel. Der VfB stieg als Zweitliga-Meister auf, kassierte 23 Gegentore weniger als Werder – und trotzdem fehlt vorne die Durchschlagskraft. Mit Wieder holen die Schwaben eine Läuferin, die in der Box aggressiv auftaucht, aber eben auch eine, die seit zwölf Monaten das Netz nicht mehr bewegt hat. Risiko? Vielleicht. Rechnung: niedrige Ablöse, hohe Motivation, langer Vertrag. Wenn sie trifft, ist der VfB schlauer als alle anderen. Wenn nicht, sitzt sie auf der Bank – und kostet kaum Gehalt.

Die bremer kettenreaktion
Mit Wieder geht bereits der neunte Spieler seit Winter. Maja Sternad wechselt direkt zu Bayer Leverkusen zurück, die Rotation wird zur Devise. Werder räumt auf, senkt die Gehaltsmasse und setzt auf Jugend. Die Frage bleibt: Wer verwandelt die Chancen, die Wieder nicht traf? Antwort lieferte am letzten Spieltag das 7:0 gegen Jena – sieben verschiedene Torschützen. Vielleicht war genau das der Beweis, dass Bremen ohne sie besser funktioniert.
Für Wieder tickt ab Montag eine neue Uhr. Stuttgart trainiert auf Schlossgarten-Platz, die Sonne scheint länger als an der Weser. Erstes Testspiel: 18. Juli gegen Hoffenheim. Drei Wochen, um die Null zu vergessen. Drei Jahre, um sie endlich zu überwinden.
