Velbert kämpft weiter: trotz abstiegssorgen blickt der verein optimistisch nach vorne
Die SSVg Velbert steuert auf eine dramatische Saison-Ende zu. Während die Konkurrenz im Abstiegskampf der Regionalliga West Druck macht, zeigt sich beim Tabellenvorletzten jedoch eine bemerkenswerte Haltung: Resignation ist Fehlanzeige. Stattdessen treiben die Verantwortlichen ihre Planungen zweigleisig voran, während der Trainer die Kämpfernervosität hochhält.
Spielfreies wochenende bringt keine entspannung
Das spielfreie Wochenende kam für Velbert gelegen, doch die kurze Atempause brachte keine wirkliche Entspannung. Der SV Rödinghausen ließ mit einem deutlichen 4:0-Sieg bei 1. FC Bocholt ein klares Signal an die Konkurrenz setzen und erhöhte den Druck im Tabellenkeller. Die Pause war eigentlich für ein Spiel gegen Borussia Dortmund II vorgesehen, das aufgrund eines UEFA-U-19-Turniers verschoben werden musste.
Vor Velbert stehen nun zwei schwere Brocken an: das Auswärtsspiel bei Schalke 04 II am Samstag und das Heimspiel gegen Borussia Dortmund II in der IMS-Arena am Mittwoch. Und direkt im Anschluss folgt noch der 1. FC Köln II – drei Zweitvertretungen innerhalb weniger Tage. Sportchef Michael Kirschner sieht das als Herausforderung: „Zweitvertretungen sind immer ein Brett – erst recht drei hintereinander.“

Trotz allem: optimismus und kontinuität
Es mag paradox klingen, aber trotz der prekären Lage herrscht in Velbert Optimismus. Nach einem desastrosen Jahresstart, in dem das Team nur acht Punkte auf dem Konto hatte und als fast abgestiegen galt, hat sich die Mannschaft unter Trainer Bogdan Komorowski stabilisiert. „Da waren wir eigentlich durch“, erinnert sich Kirschner, „aber wir haben uns bis Ostern im Rennen gehalten – totgesagt leben länger.“
Besonders nach der Pause präsentiert sich Velbert deutlich stabiler als in der Hinrunde. „Die Mannschaft hat immer wieder Lösungen gefunden“, lobt der Sportchef. Auch Komorowski zeigt sich kämpferisch: „Wir freuen uns auf die Highlight-Spiele gegen Schalke, Dortmund und Köln.“ Sein Team werde „angreifen und auf Sieg spielen“, um „noch einmal richtig Dynamik in den Abstiegskampf zu bringen“. Ein klares Zeichen setzt der Verein auch mit der vorzeitigen Verlängerung des Trainerteams – ligaunabhängig.

Personelle engpässe und eine schwache offensive
Trotz des positiven Geistes stehen die sportlichen Fakten eindeutig zu Buche. Velbert stellt mit nur 26 Treffern den schwächsten Angriff der Liga. Zudem muss der Verein in der entscheidenden Saisonphase mit einem stark dezimierten Kader auskommen. Besonders schwer wiegt der Ausfall von Leon Jonah Lepper, dessen langfristige Verletzungspause bis zum Jahresende dauert. Auch Noah Abdel Hamid wird voraussichtlich nicht mehr zum Einsatz kommen, und weitere Spieler fallen langfristig aus. „Da kommt nicht mehr viel zurück“, fasst Kirschner die Situation zusammen.
Velbert verfolgt eine konsequente Strategie bei der Kaderplanung: Gespräche werden ausschließlich mit Spielern geführt, die den eingeschlagenen Weg mitgehen wollen. „Wenn einer nur Regionalliga spielen will, dann unterhalten wir uns nicht“, stellt Kirschner unmissverständlich klar. Der Fokus liegt dabei klar auf der Region – Oberligen im Westen und der U-19-Bereich bilden die Basis der Planung. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Konstellation in der 2. Bundesliga, denn ein möglicher Abstieg von Fortuna Düsseldorf hätte direkte Auswirkungen auf die U 23 und könnte die Anzahl der aus der Regionalliga absteigenden Teams reduzieren. Obwohl man sich offiziell davon distanziert, bleibt dieses Szenario im Hinterkopf.
