Vegetarier verpassen omega-3 nicht: diese fünf power-lieferanten ersetzen fisch

Wer kein Lachssteak, keine Makrele, kein Thunfischfilet auf dem Teller landet, muss nicht zwangsläufig auf die Herzschutz- und Anti-Entzündungsstoffe EPA und DHA verzichten. Das behauptet zumindest eine neue Studie aus Mailand, die pflanzliche Quellen unter die Lupe nahm – und dabei erstaunliche Resultate liefert.

Warum omega-3 für sportler ein geheimwaffe ist

Der Begriff „gute Fette“ ist längst kein modisches Schlagwort mehr. EPA und DHA erweitern die Blutgefäße, senken den diastolischen Druck und halten die Gelenkschmiere flüssig – ein Effekt, der gerade Ausdauerathleten in die Rekordzone katapultiert. Doch wer sich vegetarisch ernährt, geht bisher leer. Oder?

Die italienischen Ernährungswissenschaftler um Francesco Palma widersprechen. Ihre Favoriten: Leinsamen, Chia-Samen, Leinöl, Walnüsse und Hanfsamen. Schon ein Esslöffel Leinsaat deckt den Tagesbedarf an Alpha-Linolensäure (ALA) – der pflanzlichen Vorstufe von EPA und DHA. Der Körper wandelt etwa zehn Prozent davon um, ein Prozess, den man durch Vitamin-B6-reiche Beilagen wie Kichererbsen oder Bananen beschleunigt.

Die Zugabe von Chia ins Müsli verdoppelt laut Studie die Omega-3-Aufnahme, ohne die Kalorienbombe zu zünden. 100 Gramm Chia liefern 18 Gramm ALA – bei nur 486 Kilokalorien. Ein Wert, für den man sonst fast zwei Kilo Fisch verspeisen müsste.

Die kalorienfalle und wie man ihr entgeht

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Walnüsse schmecken, das weiß jeder. Doch wer eine Handvoll knackt, schlingt nebenbei 185 Kalorien hinunter. Die Lösung: 30 Gramm reichen aus, um die empfohlene Tagesdosis an Omega-3 zu erreichen – und wer das Öl statt der Nuss wählt, spart 40 Prozent Kalorien. Hanfsamen wiederum liefern das perfekte Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis von 1:3, ein Verhältnis, das moderne Kantinengerichte oft auf 1:15 verzerren.

Kritiker monieren, pflanzliche Quellen lieferten „nur“ ALA, nicht die marinen Superstars EPA und DHA. Stimmt. Doch Palmas Team zeigt: Bei konsequenter Zufuhr über Wochen steigt der EPA-Spiegel im Blut trotzdem um 53 Prozent – ein Wert, der laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung als ausreichend gilt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kombiniert: einen Teelöffel Leinöl morgens, eine Prise Chia über dem Salat, handtellergroße Walnussportion nach dem Training.

Fazit: Wer als Sportler auf Fisch verzichtet, muss nicht auf Leistung verzichten. Die Natur liefert Alternativen – man muss nur wissen, wo sie sich verstecken. Und die verstecken sich offenbar im Regal der Supermärkte, nicht hinter der Fischtheke.