Vater kickt fremden ball ins aus – tochter steht mit offenem mund da
00:38 Uhr, Satzball für die Gastgeberinnen, Zuschauer schlagen die Hände vor den Mund – aber nicht vor Begeisterung. Ein Vater, eigentlich nur mit Kaffeebecher und Handy in der Halle, sprintet aufs Feld, holt zum Dropkick aus und befördert den nicht toten Ball filmreif ins Seitenaus. Das Spiel stockt, die Schiedsrichter pfeifen sofort ab, die Spielerinnen starren ihn an, als hätte er die Netzhöhe verdoppelt.
Die szene, die reflexe auslöste
Die 18 Sekunden lange Sequenz, die seit Samstag auf Instagram @samantha.karjala viral geht, beginnt harmlos: libero-Position Pelkum, zweiter Satz, 24:23. Der Ball rollt Richtig Bande, ein Mitspielerin will ihn mit Fuß wegschieben – üblich, schnell, sauber. Doch der Vater sieht offenbar „seinen“ Ball, stürmt los, kickt quer durch das Spielfeld. Er trifft nicht den eigenen, sondern den aktiven Spielball. Regel 9.1.2: Fremdeinwirkung, Punkt und Satz sofort an die Gegner.
Die Halle tobt – halb Lachen, halb Entsetzen. Tochter Lena (17) schlägt sich die Hand vor die Stirn, dreht sich weg. „Ich hab nur gedacht: Bitte lass das viral werden“, sagt sie hinterher. Wurde es. 2,3 Millionen Klicks in zwölf Stunden.

Was der verein jetzt plant
TSV Pelkum zieht Konsequenzen. „Eltern-Coach“ heißt der neue 15-Minuten-Kurs vor Heimspielen, Pflicht für alle Erwachsenen auf der Tribüne. Themen: Regelwerk, Fair Play, Platzverbot bei Verstößen. „Wir wollen familiäre Atmosphäre, keine Fußball-Kultur im Volleyball“, sagt Abteilungsleiter Michael Römer. Wer nicht teilnimmt, bekommt kein Ticket mehr für Jugendspiele.
Der Vater selbst entschuldigte sich per WhatsApp bei beiden Teams – und spendierte im Anschluss Pizza für die Schiri-Crew. „Ich dachte, der Ball sei out“, verteidigt er sich. Video zeigt: Er dachte falsch.
Die Punkte sind weg, die Memes bleiben. Seit Montag kursiert die Szene auch bei TikTok, unterschnitten mit Kommentaren wie „When dad thinks it’s Sunday league“. Die Tochter? Trainiert weiter, stellt aber neue Regeln auf: Handydad bleibt künftig hinter der Bande – und trägt grelle Warnweste. So sieht man ihn spätestens beim nächsten Rettungsversuch rechtzeitig.
