Var-skandal droht: figc-prokuratur klärt neue vorwürfe auf

Rom – Der italienische Fußball steht erneut im Sturm. Nach wiederkehrenden Spekulationen um Manipulationen im Zusammenhang mit Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) hat sich Giuseppe Chinè, der Leiter der FIGC-Prokuratur, erstmals öffentlich geäußert, um „die punktgenaue und gewissenhafte Arbeit der Bundesstaatsanwaltschaft zu schützen“, wie er selbst betonte. Die jüngsten Enthüllungen in der Presse, die teilweise „fantastisch und von der Realität abweichend“ seien, hätten ihn zu dieser Stellungnahme veranlasst.

Klärung zum fall udinese-parma

Im Kern geht es um die Archivierung der Untersuchung zum Spiel Udinese-Parma, die vor knapp einem Jahr abgeschlossen wurde. Chinè bestätigte, dass lediglich ein Bericht des Assistenten Domenico Rocca über einen mutmaßlichen externen Eingriff in die VAR-Zentrale während eben dieses Spiels vorlag. „Im Rahmen der Verfahren wurden alle beteiligten Personen angehört, und es wurden keine disziplinarischen Verstöße festgestellt“, erklärte Chinè. Dies räumt mit Spekulationen über eine Vertuschung des Falls auf, insbesondere angesichts der jüngsten Äußerungen des Sportministers Andrea Abodi.

Keine verbindung zu den doveri- und colombo-vorwürfen

Keine verbindung zu den doveri- und colombo-vorwürfen

Entgegen den Behauptungen der Mailänder Staatsanwaltschaft betonte Chinè, dass die Untersuchung sich nicht auf die mutmaßliche „vereinbarte Zuteilung“ von Schiedsrichtern Doveri und Colombo zu Gunsten der Inter bezog. Diese Anschuldigungen sind ein separates Verfahren, das derzeit von der Staatsanwaltschaft verfolgt wird. „Die Prokuratur der FIGC steht in Kontakt mit den Ermittlungsbehörden und hat gestern formell um Akteneinsicht gebeten, um gegebenenfalls die Untersuchung wieder aufzunehmen, sollten neue, entscheidende Beweise auftauchen“, so Chinè.

Die Entscheidung zur Archivierung des Verfahrens wurde im Juli 2025 von der Sportgerichtshof-Staatsanwaltschaft gebilligt, nachdem alle Beweismittel und Zeugenaussagen geprüft worden waren. Die Situation verdeutlicht die anhaltende Sensibilität rund um die Integrität des italienischen Fußballs und die Notwendigkeit, Vorwürfen rigoros nachzugehen. Die Forderung nach Transparenz und unabhängiger Aufklärung ist so groß wie nie.

Es bleibt abzuwarten, ob die Ermittlungen der Mailänder Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse liefern werden, die die Prokuratur der FIGC dazu veranlassen, das Verfahren erneut zu eröffnen. Bis dahin steht fest: Der VAR-Skandal wirft einen langen Schatten über den italienischen Fußball und untergräbt das Vertrauen der Fans. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die Verantwortlichen in der Lage sind, das Vertrauen wiederherzustellen und die Integrität des Sports zu gewährleisten.