Var-schiedsrichter-geste löst empörung aus: suprematismus-vorwurf?
Ein unsäglicher Zwischenfall überschattet den klaren 7:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Curacao bei der WM-Qualifikation 2026. Shaun Evans, der australische VAR-Supervisor, wurde bei der Übertragung des Spiels von einem Handzeichen erfasst, das nun weltweit für heftige Kontroversen sorgt.

Die hitzige debatte um ein handzeichen
Während die Kameraeinsätze sich zunächst auf das deutsche Trainerteam konzentrierten, zoomte die Produktion des internationalen FIFA-Übertragungszentrums in Dallas auf die VAR-Crew. Hamza El Fario und Nicolas Gallo saßen konzentriert vor ihren Monitoren, während Evans im Hintergrund stand. Nur vier Sekunden später führte Evans, mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, ein Handzeichen aus, bei dem Daumen und Zeigefinger ein sogenanntes „Okay“-Zeichen formten, während die restlichen Finger ausgestreckt blieben. Dieses Zeichen, das er für etwa acht Sekunden hielt, bevor er sich abwandte, entfachte einen Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien.
Die Online-Community reagierte prompt mit Anschuldigungen, Evans habe ein Symbol für weiße Vorherrschaft gezeigt. Die Antidifamationsliga (ADL) hat dieses spezifische Handzeichen als von weißen Suprematisten zur Darstellung ihrer Ideologie verwendet. Die erschreckende Verbindung zu Brenton Tarrant, dem australischen Attentäter, der dieses Zeichen bei seinem Gerichtsprozess nach den Massenmorden in Neuseeland 2019 zeigte, lässt das Blut in den Adern gefrieren. Auch die rechtsextreme antigouvernementale Gruppierung Three Percenters ist bekannt dafür, dieses Zeichen zu verwenden.
Doch es gibt auch andere Interpretationen. Einige sehen in der Geste lediglich einen harmlosen Scherz oder eine spielerische Aktion im Rahmen des „Okay“-Kreisspiels, bei dem Spieler versuchen, andere dazu zu bringen, ein ähnliches Zeichen unterhalb der Gürtellinie zu zeigen. Die Kontroverse ist jedoch bereits entfacht, und die Diskussionen in den Medien und online sind unerbittlich.
Der ehemalige spanische Schiedsrichter Eduardo Iturralde González ließ seiner Enttäuschung während der Übertragung im spanischen Radiosender Cadena SER freien Lauf: „Hören Sie auf, Unsinn zu machen und solche Gesten zu zeigen, wenn Sie vor Kameras sitzen!“ Die FIFA hat sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall geäußert. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen Evans für sein Verhalten treffen werden, und ob dieser Vorfall die Diskussion um die Professionalität und das Verhalten von Schiedsrichtern vor und während Spielen neu entfachen wird. Die Bilder zeigen, dass selbst in der vermeintlich kontrollierten Welt des Fußballs menschliche Fehltritte und unüberlegte Handlungen verheerende Folgen haben können.
