Var-revolution in der premier league: ehemalige profis unterstützen schiedsrichter!
Die Premier League krempelt ihre Schiedsrichter-Ausbildung um – und das mit einem überraschenden Twist: Ehemalige Profifußballer sollen in Zukunft im VAR-Raum unterstützen. Eine Entwicklung, die in Italien schon lange diskutiert wird, nimmt in England nun konkrete Formen an und verspricht eine neue Ära der Video-Schiedsrichter-Arbeit.

Ein wertvoller blick aus der spielerperspektive
Die Football Association (FA) hat bekannt gegeben, dass zehn ehemalige Profifußballer derzeit an der Ausbildung zum Video Match Official (VMO) teilnehmen. Diese Entscheidung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der Erkenntnis, dass die Erfahrung und das Spielverständnis von Profis eine enorme Bereicherung für die Bewertung von strittigen Situationen darstellen kann. Die PGmol, die für die Schiedsrichter-Leitung in der Premier League zuständig ist, setzt auf eine neue Struktur namens “Pro Ref”, die sowohl die Premier League als auch die Championship unterstützen wird.
Was bedeutet das konkret? Die ehemaligen Spieler bringen ein tiefes Verständnis für die Dynamik des Spiels mit, das über das reines Regelwerk hinausgeht. Sie können Situationen aus der Perspektive eines Spielers betrachten und so möglicherweise Fehler oder Ungenauigkeiten in der Bewertung durch den Schiedsrichter aufdecken. Das ist eine Qualität, die bisher in der VAR-Arbeit oft vermisst wurde.
In Italien verlief die Integration von ehemaligen Profis in den VAR-Bereich schrittweise. Einige haben sich vollständig dem Video-Schiedsrichter-Beruf verschrieben, andere teilen sich ihre Zeit zwischen dem Spielfeld und dem VAR-Raum. Die neue englische Initiative geht jedoch einen Schritt weiter, indem sie ehemalige Profis gezielt in die Ausbildung integriert und ihnen eine feste Rolle im VAR-Team zuweist. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieses Modell bewährt und ob es auch in anderen europäischen Top-Ligen nachgeahmt wird.
Die bisherige Debatte über die Einführung von ehemaligen Spielern im VAR war oft von Skepsis begleitet. Kritiker befürchteten, dass die subjektive Wahrnehmung eines ehemaligen Spielers die objektive Bewertung der Situation beeinträchtigen könnte. Die FA scheint jedoch davon überzeugt zu sein, dass der Mehrwert durch das Spielverständnis der Profis die Risiken überwiegt. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob diese Erwartungen erfüllt werden.
Die Einführung der ehemaligen Profis im VAR-Raum ist ein mutiger Schritt, der das Potenzial hat, die Qualität der Schiedsrichterentscheidungen in der Premier League nachhaltig zu verbessern. Nur die Zeit wird zeigen, ob diese Revolution tatsächlich das verspricht, was sie vorgibt.
