Var-debatte entfacht: ex-schiri merk kritisiert auswüchse
Die Diskussion um den Video-Assistenten (VAR) im deutschen Fußball geht weiter – und wird durch die scharfe Kritik von Ex-Weltklassemenschrichter Markus Merk neu angeheizt. In einer Sendung des SWR Sportäußerte er sich besorgt über die zunehmende Einflussnahme des VAR auf die Spielentscheidungen und die damit einhergehende Kompetenzverlagerung auf den Kölner Keller.
Schiedsrichter verlieren die kontrolle auf dem spielfeld
Merk prangerte an, dass die Schiedsrichter auf dem Platz ihre Entscheidungskompetenz zunehmend abgeben. “Man lehnt sich zurück und entscheidet nicht mehr auf dem Spielfeld”, kritisierte er. Der frühere Pfiff-Präsident wünscht sich, dass Schiedsrichter ihre Entscheidungen unmittelbar treffen, anstatt auf die Rücksprache mit dem VAR zu warten. Diese Entwicklung empfindet er als problematisch für den Fluss des Spiels und die Glaubwürdigkeit des Schiedsrichterberufs.

Wm-erweiterung des var als fehlentwicklung?
Die FIFA plant, die Befugnisse des VAR bei der anstehenden Weltmeisterschaft in Kanada, den USA und Mexiko weiter auszuweiten. Auch Eckbälle und Gelb-Rote Karten sollen zukünftig vom Video-Assistenten überprüft werden. Merk hält diese Maßnahme für einen Fehler: “Man dreht immer an den Schrauben und meint und denkt, man könnte das zu hundert Prozent gerechter machen. Das wird nicht funktionieren.” Er argumentiert, dass menschliche Entscheidungen immer mit Interpretationsspielraum verbunden sind und eine vollständige Fehlerfreiheit unerreichbar ist. Die Verlagerung der Entscheidungsebene in den Kölner Keller ändert daran nichts.
Neben der VAR-Debatte äußerte sich Merk positiv zur Berufung von Marie-Louise Eta als Cheftrainerin von Union Berlin.
