Van der poel zerreißt tirreno-berg in stücke – pellizzari und del toro müssen hinten anstehen
San Gimignano, 10. März 2026, 16:08 Uhr – Mathieu van der Poel hat die zweite Etappe der Tirreno-Adriatico mit einer Attacke gewonnen, die sich in die DNA des Radsports brennen wird. 31 Kilometer pro Stunde schraubte der Niederländer die Rampe hinauf, während Regenschauer auf die Brille prasselten. Giulio Pellizzari und Isaac Del Toro saßen noch in seinem Windschatten, doch als van der Poel die Ketten auf 11-Fach schaltete, wurde aus Mitfahrern Statist.
Die Uhr stoppte bei 4:52 Stunden für 206 Kilometer zwischen Camaiore und der toskanischen Festungsstadt. Das reicht, um Filippo Ganna das Blaue Trikot zu entreißen – und um die Frage aufzuwerfen, ob wir gerade den Generationswechsel live gesehen haben.

Warum diese attacke mehr war als nur ein etappensieg
Ganna hatte vor zwei Tagen noch mit Diätplänen gehadert und gesagt: „Sorgenfrei zu sein, ist wichtiger.“ Van der Poels Antwort kam auf Asphalt: Er jagt keine Freiheit, er jagt Sekunden. Die letzten 300 Meter hatte der Alpecin-Captain 11,7 Watt pro Kilo auf die Kurbel gebracht – Werte, die selbst im WorldTour-Labor erst einmal verarbeitet werden müssen. Pellizzari fuhr daraufhin eine Bestmarke, die ihn auf Platz zwei katapultierte, doch die Lücke beträgt nun 18 Sekunden Gesamtklassement. Del Toro, 21 Jahre jung, schob sich auf Rang drei, blieb aber mit 23 Sekunden Rückstand auf van der Poel erstmals in seiner noch jungen Profikarriere ohne Schlusspunkt.
Die Wetterkarte war ein Horrorfilm: 9 Grad, 85-prozentige Luftfeuchtigkeit, Streckenrand voller Schirmfetzen. Wer hier attackiert, muss entweder verrückt oder berechnend sein. Van der Poel war beides.
Der blick nach vorn: jetzt beginnt die jagd auf den niederländer
Morgen geht’s nach Recanati – 215 Kilometer, drei Anstiege der dritten Kategorie. Ganna wird das Blaue Trikot zurückerobern wollen, Pellizzari hat Red Bull-Bora-hansgrohe hinter sich, die Sprintzüge von Meeus und Großschartner bereits warmgemacht. Und van der Poel? Der schickte nach dem Ziel nur einen Satz an seine Mechaniker: „Zählt die Kettenblätter, nicht die Sekunden.“
Die Statistik spricht für ihn: Seit 2022 gewann er jedes Rennen, bei dem er nach der zweiten Etappe die Führung übernahm. Die Physik spricht gegen ihn: 68 Kilometer Zeitfahren warten noch. Doch wer van der Poel kennt, weiß: Er fährt nicht gegen die Uhr, er fährt gegen die Geschichte. Und die beginnt heute neu geschrieben.
