Van der poel spurtet sich leer – philipsen räumt in wevelgem ab
Ein Kilometer. Das rettete Mathieu van der Poel vor dem zweiten Saison-Coup. Stattdessen donnerte Jasper Philipsen vor 240,8 km zermürbender Westhoek über den weißen Streifen – und machte Alpecin-Deceuninck zum glücklichsten Verlierer des Frühjahrs.
Van aert hängt sich rein, der kemmelberg zerreißt das feld
Die Szene spielte sich exakt auf der letzten Rampe des Kemmelbergs ab. Van der Poel trat durch, Van Aert reagierte – und plötzlich waren die zwei Superstars weg. 36 km bis Wevelgem, ein Vorsprung von nie mehr als 25 Sekunden, dahinter ein Bora-Visma-Zug, der sich in den Wind fraß. Alex Segaert schloss noch an, doch das Trio schaffte es nicht über den fliegenden Kilometer in Handzame. Das Hauptfeld schluckte sie mit 800 Metern – und spuckte Jasper Philipsen aus.
Der 26-jährige Antwerpener setzte sich mit einer Länge vor Tobias Lund Andresen und Christophe Laporte durch. Zum ersten Mal seit Wout van Aerts Solo-Sieg 2021 steht wieder ein Belgier ganz oben in Wevelgem. Philipsen: „Ich wusste, dass Mathieu heute keine Beine mehr hat, wenn es länger dauert. Deshalb habe ich auf meine Sprintwaffe gesetzt.“
Van der Poel büßte seine E3-Dominanz von Freitag direkt wieder ein. „Ich habe alles rausgehauen, aber Wout war einfach cleverer im Windschatten“, sagte der Niederländer und lachte verschmitzt. „Nächste Woche treffen wir uns wieder – und dann gibt es keine Gnade.“

Deutsche radler bleiben unsichtbar
Kein deutscher Fahrer schaffte es in die Top-20. Maximilian Schachmann kam als bestes deutsches Resultat auf Platz 24, Pascal Ackermann verpasste als 31. die Punkteränge. Bundestrainer Jens Zemke kommentierte nüchtern: „Wir haben heute nur Beobachter gespielt. Das reicht nicht für die großen Frühjahrs-Klassiker.“
Für van der Poel geht die Jagd nach dem nächsten Monument weiter. Am Sonntag folgt die Ronde, eine Woche später Paris-Roubaix. Der Weltmeister von 2023 hat bislang 59 Profisiege – und wartet weiter auf Nummer 60. Philipsen hingegen zieht mit seinem 60. Erfolg gleich – und schickt sich an, die belgische Sprint-Hierarchie neu zu schreiben.
