Van der poel schreibt milano-sanremo-geschichte: solo auf dem poggio, sprint gegen ganna und pogacar

298 Kilometer, 2100 Höhenmeter – und eine finale, die kein anderes Rennen der Welt bietet. Mathieu van der Poel hat die Milano-Sanremo 2023 und 2025 gewonnen, beide Male mit einem anderen Drehbuch. 2023 jagte er alleine über den Poggio, 2025 spurtete er sich mit Ganna undPogacar im Nacken zum Zielsieg. Die Queen of the Classics? Für den Niederländer ist sie längst Königin und Krawatte zugleich.

Warum niemand nach der steigung fragt

Die Frage nach den Höhenmetern kommt nie. Stattdessen zählt nur die Uhr: 55 Kilometer vor Sanremo beginnt der Wahnsinn, gemessen an Herzschlägen. Capo Mele, Capo Cervo, Capo Berta, Cipressa, Poggio – fünf Namen, die Sprinter in Albträume und Fahrer wie Van der Poel in Legenden verwandeln. 800 Höhenmeter auf dieser Strecke, dafür aber Tausende Nervenkitzel-Metern.

Der 29-Jährige beschreibt es so: „Die ersten sechs Stunden sind ein Langstreckentest mit 45 km/h, du kämpfst gegen Einschlafen. Dann kommt die letzte Stunde – und plötzlich ist jeder Pedaltritt ein Biss in die Realität.“ Die Zahlen sprechen für ihn: zweimal Start, zweimal Sieg, null Kompromisse.

Der showdown, den kein tv-skript besser hinbekäme

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2023 riss er auf dem Poggio mit 900 Metern bis zum Gipfel alle Favoriten ab, 12 Sekunden Vorsprung reichten. 2025 schloss sich nach Pogacars Attacke auf der Cipressa ein Triell zusammen, das die Rai-Übertragung in Rekordquoten schoss. Van der Poel: „Ich habe viele Sanremos gesehen, aber ein Finale mit Ganna, Pogacar und mir – das gab es so noch nie.“

Die Faktenlage ist hart: Van der Poels Schnitt über die letzten 55 Kilometer lag 2025 bei 49,2 km/h, auf dem Poggio sprintete er kurzfristig mit 1.210 Watt. Zahlen, die selbst im Strava-Zeitalter selten auftauchen.

Die Konkurrenz schaut. Die Fans jubeln. Und die Milano-Sanremo? Macht weiter, was sie immer macht: Sie wartet bis zum letzten Kilometer, um die großen Namen klein und die großen Geschichten noch größer zu machen. Van der Poel ist derzeit der Hauptdarsteller – und er hat schon angekündigt, 2026 wieder in Pavia anzutreten. Dann mit dem Ziel, die Statistik zu vervollständigen: drei Starts, drei Siege.