Van den berg-fall: erste urteile fallen – rugby-skandal eskaliert

Ein Erdbeben erschüttert weiterhin die deutsche Rugby-Szene: Im sogenannten 'Van den Berg-Fall', der die WM-Qualifikation 2023 kostete, sind erste Urteile gefallen. Das Madrider Gericht Nummer 50 hat in einem überraschenden Schritt Rafael Sempere und José Benigno Varela vom Vorwurf der Falschverdächtigung und Beihilfe zur missbräuchlichen Aufstellung freigesprochen.

Einigung im finanzbereich und im management des alcobendas

Einigung im finanzbereich und im management des alcobendas

Die Entscheidung, die von Iusport gemeldet wurde, lässt den ehemaligen Finanzdirektor der Real Federación Española de Rugby (RFER) und Mitglied des Eligibilitätskomitees, Sempere, sowie den damaligen Vizepräsidenten des Alcobendas Rugby Club, Varela, aus dem Verfahren entlassen. Ein vorläufiger Überweisungsverfügung wurde für den ehemaligen Präsidenten des Alcobendas, Luis Ignacio Ardila, erlassen, was bedeutet, dass er vorerst ebenfalls nicht weiter involviert ist. Dieser Schritt räumt der RFER und Teilen des Alcobendas-Managements eine gewisse Atempause ein, die bisher im Zentrum der Ermittlungen standen.

Doch die juristische Auseinandersetzung ist keineswegs abgeschlossen. Das Gericht setzt die Voruntersuchungen gegen die ehemaligen Trainer von Alcobendas, José Ignacio Inchausti und Fernando Díez, gegen den ehemaligen Spieler Jano Cherr, den ehemaligen Manager David Abellán und insbesondere gegen den südafrikanischen Spieler Gavin van den Berg selbst fort. Es wird geprüft, ob die Vorwürfe strafrechtliche Relevanz haben.

Der Fall Van den Berg wirft weiterhin lange Schatten. Die ursprüngliche Situation war alarmierend: Der XV del León hatte sich quasi ohne den Einsatz des Spielers für die Weltmeisterschaft qualifiziert, obwohl man mit ihm für die Zukunft gerechnet hatte. Die Fälschung von Dokumenten, die Van den Berg die Teilnahme an der División de Honor im Alcobendas ermöglichten, führte schließlich zu den entsprechenden Sanktionen und dem Ausschluss Spaniens von der WM.

Die Entscheidung des Gerichts ist ein Zwischenergebnis in einem komplexen Fall, der die Integrität des spanischen Rugbys in Frage stellt. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die weiteren Ermittlungen und Urteile für die beteiligten Personen und den spanischen Rugby-Verband haben werden. Die Aufarbeitung dieses Skandals wird zweifellos noch lange andauern.