Vallejo schreibt tennis-geschichte: dimitrov raus, paraguay jubelt

Adolfo Daniel Vallejo stand da wie ein Junge, der gerade seinen Lieblingsfilm live erlebt – nur dass er diesmal nicht zuschaute, sondern die Hauptrolle spielte. Der 21-jährige Paraguayer schickt mit einem 6:4, 6:4 gegen Grigor Dimitrov nicht nur einen ehemaligen Weltklasse-Spieler nach Hause, sondern katapultiert sich selbst in die Tennis-Geschichte seines Landes.

Ein sieg, 28 jahre überfällig

Ramon Delgado hatte das Kunststück 1998 in Miami vollbracht – seitdem wartete Paraguay auf den nächsten Masters-Sieg. Vallejo lieferte ihn ab, kalt, präzise und mit einem Aufschlag, der Dimitrov die Sprache verschlug. „Ich habe jeden seiner Winner früher im TV gesehen. Jetzt flogen sie an mir vorbei – und ich war der Regisseur“, sagte der Weltranglisten-96. mit zitternder Stimme.

Die Zahl, die alles erklärt: fünf Challenger-Titel, alle auf Sand. Die Caja Mágica passt ihm wie der weiße Anzug einem Staatsmann. 94 Minuten dauerte die Vorstellung, dann lag Dimitrov mit gebrochenem Rückhand-Slice am Netz und Vallejo mit dem Blick eines Mannes, der gerade gemerkt hat: Diese Tür geht nie wieder zu.

Nächster gegner, nächster us-boy

Nächster gegner, nächster us-boy

Learner Tien wartet in Runde zwei. Der 19-jährige Kalifornier schlägt Bälle, als wären es Baseball-Line-Drives. Vallejo? Der schlägt zurück – und trägt jetzt nicht nur ein Land, sondern ein ganzes Kontingent von Träumern auf seinen Schultern. „Ich versuche einfach, es zu genießen“, sagte er. Klingt wie eine Lüge. Genießen kann man nur, wenn man sich traut, noch größer zu träumen. Er träumt. Und Madrid träumt mit.