Vallejo patzt nach french open aus: sexistischer seitenhieb auf schiedsrichterin

Paris – Daniel Vallejo hat sich bei den French Open in einer dramatischen fünfstündigen Partie gegen den französischen Shootingstar Moïse Kouamé geschlagen geben müssen. Doch das sportliche Ausscheiden war nicht das einzige Problem: Der paraguayische Tennisspieler sorgte mit einer unsportlichen Äußerung über die Schiedsrichterin Ana Carvalho für Empörung.

Ein fragwürdiges urteil und noch fragwürdigere aussagen

Ein fragwürdiges urteil und noch fragwürdigere aussagen

Nach seinem Ausscheiden im Kampf um den Einzug in die dritte Runde äußerte sich Vallejo gegenüber dem internationalen Tennis-Medium „Clay“ äußerst unangebracht. Seine These: Frauen seien nicht in der Lage, solch intensive Spiele zu leiten. „Solche Spiele müssen von einem Mann geleitet werden, es ist sehr schwierig für eine Frau, das zu tun“, so Vallejo. Eine Aussage, die in der Tenniswelt für heftige Kritik sorgte und den Eindruck erweckt, Vallejo suchte nach einem Sündenbock für seine eigene Leistung.

Das Match selbst war von einer elektrisierenden Atmosphäre geprägt. Die Pariser Zuschauer, naturgemäß für den jungen Franzosen Kouamé, trieben diesen förmlich an. Vallejo gab an, dass das Publikum „sehr unangebracht“ gewesen sei, betonte aber auch, er habe sich darauf eingestellt. „Es ist ein ziemlich intensives Publikum, und deshalb war ich schon darauf vorbereitet“, erklärte er.

Allerdings ging Vallejo weit über eine bloße Feststellung hinaus. Er kritisierte nicht nur die Zuschauer, sondern warf Kouamé vor, sich das leidenschaftliche Publikum zunutze zu machen, indem er unnötig Zeit schindete und sich lange auf dem Platz aufhielt. „Er hat sich oft viel Zeit gelassen, lag auf dem Boden oder hat unnötig Zeit geschunden“, so Vallejo.

Die Schiedsrichterin Carvalho geriet dabei zu einem weiteren Ziel seiner Kritik. Vallejo argumentierte, dass es für einen Schiedsrichter ebenfalls schwierig sei, mit dieser Situation umzugehen, und kam schließlich zu dem Schluss, dass ein Mann anstelle einer Frau pfeifen müsse. Eine Aussage, die den Verdacht aufweckt, Vallejo versuchte, seine Niederlage durch die Schuldzuweisung an andere zu beschönigen.

Moïse Kouamé, der 17-jährige Shootingstar, nutzte die Energie des Publikums geschickt aus und feierte ausgelassen seinen Sieg. Seine Leistung ist ein Beweis dafür, dass Talent und Leidenschaft auch in jungen Jahren große Erfolge möglich machen. Ob Vallejos unsportliche Äußerungen ihm weitere Konsequenzen einbringen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass sein Verhalten dem Image des professionellen Sports nicht zuträglich war.

Die French Open sind bekannt für ihre leidenschaftlichen Fans und emotionalen Matches. Doch während die Unterstützung des Heimfavoriten eine Selbstverständlichkeit ist, darf dies nicht dazu führen, dass Schiedsrichterinnen und gegnerische Spielerinnen ungerechtfertigt angegriffen werden. Vallejos Verhalten wirft ein schlechtes Licht auf den Tennissport und sollte für ihn eine ernste Lektion sein.