Vallejo kassiert rekordstrafe nach sexistischer äußerung

Ein Schock für die Tenniswelt: Der paraguayische Tennisprofi Adolfo Daniel Vallejo muss tief in die Tasche greifen, nachdem er nach seiner Niederlage bei den French Open eine Schiedsrichterin öffentlich herabwürdigend behandelt hat. Die Strafe von 65.000 US-Dollar (ca. 55.000 Euro) ist ein deutliches Signal.

Mauresmo: „solche äußerungen sind inakzeptabel“

Mauresmo: „solche äußerungen sind inakzeptabel“

Die Turnierdirektorin Amélie Mauresmo ließ keinen Zweifel daran, dass der Vorfall nicht ungesühnt bleiben würde. „Das ist eindeutig etwas, das für uns, für das Turnier und für den Verband auch über das Turnier hinaus nicht akzeptabel ist. Solche Äußerungen haben hier keinen Platz“, erklärte sie am Montag. Vallejo hatte nach seinem Fünf-Satz-Krimi gegen den jungen Franzosen Moise Kouame öffentlich angezweifelt, ob eine Frau überhaupt in der Lage sei, ein Match dieser Bedeutung zu leiten. Seine Worte, in denen er forderte, „dass das Match von einem Mann geleitet wird, denn das Publikum ist sehr anspruchsvoll und man braucht viel Durchsetzungskraft“, sorgten für Empörung.

Die Reaktion des Paraguayers folgte prompt: In den Sozialen Medien entschuldigte sich Vallejo, betonte aber gleichzeitig, dass seine Äußerungen im Affekt gefallen seien. „Ich habe Respekt vor den Schiedsrichtern und der Arbeit, die sie leisten“, schrieb der 22-Jährige. „Nach einem fünfstündigen Kampf war ich sehr aufgebracht und voller Emotionen. Ich entschuldige mich.“

Doch die Entschuldigung allein reicht offenbar nicht aus, um die hohe Strafe abzumildern. Was besonders pikant ist: Vallejo gab an, seine Äußerungen seien missverstanden worden und betonte, er habe der Schiedsrichterin nicht die Schuld an seiner Niederlage gegeben. „Sie hat während des gesamten Spiels gute Arbeit geleistet“, so der Weltranglistensiebenteundzwanzigste.

Die Affäre wirft ein Schlaglicht auf das anhaltende Problem von Sexismus im Sport. Es bleibt abzuwarten, ob Vallejo aus diesem Vorfall die richtigen Lehren zieht und in Zukunft seine Zunge im Zaum hält. Die Tenniswelt wird genau hinschauen.