Valencia setzt alles auf aliou dieng: kostenloser transfer, großes risiko
Valencia CF hat Aliou Dieng verpflichtet – und setzt damit alles auf eine Karte. Der 28-jährige Malier kommt ablösefrei vom ägyptischen Rekordmeister Al Ahly, unterschreibt für drei Jahre und kostet den Klub nur Gehalt. Ein Schnäppchen? Vielleicht. Ein Blindflug? Auf jeden Fall.
Ex-Torhüter und Co-Trainer Juanjo Roa kennt Dieng aus gemeinsamen Zeiten in Kairo. „Er ist ein Sechser im klassischen Sinn“, sagt Roa im Gespräch mit Radio MARCA Valencia. „Physis stark, laufintensiv, defensiv top. Aber er wird nicht den entscheidenden Pass spielen.“ Ein Arbeiter, kein Artist.

Der sprung von der wüste in die liga der kurzen wege
Ägyptens Premier League lebt von offenen Spielen, großen Räumen, Transition. LaLiga ist das Gegenteil: kompakte Blöcke, wenig Zeit, noch weniger Platz. „Dieng muss lernen, dass er hier nicht mehr fünf Meter vor sich schauen kann, sondern nur noch einen“, warnt Roa. Die Anpassung wird hart, der Fehler am ersten Tag fällt durch.
Doch Valencia hat offensichtlich kalkuliert. 28 Jahre alt, kein Transferbudget verbrannt, bei Misserfolg in zwei Jahren noch mit 30 verkäuflich. „Ein Tipp mit begrenztem Downside“, sagt ein Liga-Insider. Die Frage ist nur: Wer trägt das Risiko, wenn der Spieler nicht liefert?
Roa ist trotzdem überzeugt: „Er ist ein 24-Stunden-Profil, nie Ärger, lernbereit.“ Das klingt nach PR, aber in Valencia weiß man: Nach dem letzten Saison-Crash zählt jeder Cent, jeder Charakter. Dieng muss sofort liefern – und gleichzeitig umlernen.
Die Fans erwarten sich nicht den nächsten Mendieta, sondern einen Abrissunternehmer. Wenn er die zweiten Bälle holt, die Gegner verschreckt und die Mitspieler entlastet, reicht das als Erfolgsmaßstab. Die sportliche Leitung hat ihre Hausaufgaben gemacht, jetzt liegt der Ball bei Dieng. Und bei seinem ersten Zweikampf in Mestalla wird klar: Entweder er schlägt sich durch – oder Valencia schlägt ihn wieder ab.
