Valencia: gourlay setzt auf scout-netzwerk, trainer-entscheidungen
Der FC Valencia navigiert in ungewohnten Gewässern. Statt eines klassischen Sportdirektors oder technischen Sekretärs setzt der neue Vorstand unter Ron Gourlay auf ein Netzwerk von Scouts und eine enge Zusammenarbeit zwischen CEO und Cheftrainer. Eine Strategie, die zwar funktioniert, aber auch ihre Tücken birgt.

Die ungewöhnliche machtverteilung im mestalla-stadion
Die Verantwortlichen in Valencia haben sich bewusst gegen die traditionelle Struktur einer sportlichen Leitung entschieden. Es gibt keine zentrale Figur, die die Fäden zieht und Transferentscheidungen final freigibt. Stattdessen operiert der Verein mit drei spezialisierten Scout-Teams, die von Isei (global), Gilhaus (Europa) und Zamora Pattachiola (Südamerika) geleitet werden. Diese bilden das Fundament des sportlichen Organigramms, eine Art dezentralisiertes Scouting-Netzwerk.
Doch es fehlt ein Puzzleteil: Ein Verantwortlicher, der die Scouting-Berichte sichtet, die Verhandlungen führt und letztendlich die Transfers abnickt. Der Verein hat sich intensiv mit möglichen Kandidaten auseinandergesetzt, doch die geforderten Gehälter und Funktionen passen nicht ins Budget. Gourlay scheint die klassische Rolle des Sportdirektors oder technischen Sekretärs ohnehin nicht zu befürworten. Diese Erkenntnis, die MARCA exklusiv vermeldet, ist bemerkenswert, da der Verein bereits Kontakt zu mehreren Fachleuten hatte – allerdings primär für Scouting-Aufgaben.
Die Entscheidungsgewalt liegt klar bei Gourlay und Trainer Corberán. Jedes Team liefert eine Liste potenzieller Spieler, die dann gemeinsam bewertet und ausgewählt werden. Manchmal entsteht dabei der Eindruck, dass der Transferprozess etwas verlangsamt wird, insbesondere wenn der Markt schnelllebig ist. Die jüngsten Verpflichtungen von Sadiq und Guido verdeutlichen diesen Umstand. Nach den enttäuschenden Leistungen in Vigo wurde das Transferfenster kurzfristig wieder geöffnet, um Sadiq zu sichern. Ähnlich lief es bei Guido, dessen Wechsel kurz vor dem Ausstand schien.
Gourlay ist sich bewusst, dass er zusätzliche Unterstützung im Scouting-Bereich benötigt, betont aber stets, dass kein Verantwortlicher im Rang eines Sportdirektors oder technischen Sekretärs hinzukommen wird. Die Verantwortlichen suchen weiterhin nach einer Lösung, die idealerweise Erfahrung im spanischen Markt mit internationalen Kontakten verbindet. Sollte diese Suche scheitern, müssen die bestehenden Scout-Teams zusätzliche Aufgaben übernehmen.
Die aktuelle Situation zeigt, dass der FC Valencia einen ungewöhnlichen Weg geht, um seine sportlichen Ziele zu erreichen. Ob diese Strategie langfristig aufgeht, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Druck auf Gourlay und Corberán wächst, die richtigen Entscheidungen zu treffen und das Team punktgenau zu verstärken.
