Valencia ehrt legende, feiert jubiläum – mit kuriosem exilspiel!
Valencia CF bereitet sich auf ein besonderes Wochenende vor: Am Samstag empfängt der Verein Atlético Madrid zum 1.500. Ligaspiel in Mestalla. Eine Feier für Pepe Claramunt, den ersten valencianischen Spieler mit spanischer Nationalmannschaftskapitän-Ehrenamt, der das Spielfeld betreten wird, steht auf dem Programm. Doch die Geschichte hinter dieser Zahl ist alles andere als geradlinig.

Ein spiel im exil: die erinnerung an castellón
Während die historischen Aufzeichnungen von LaLiga offiziell 1.500 Spiele des Valencia CF als Heimspiele ausweisen, ist die Wahrheit etwas komplexer. Tatsächlich fand eines dieser Spiele in Castellón statt, ein erzwungenes Exil aufgrund einer Sperre des eigenen Stadions nach einem dramatischen Copa del Rey-Spiel gegen Real Madrid. Es war der 4. April 1992, ein Tag, der in die Vereinsgeschichte eingeht – nicht nur wegen der Niederlage gegen Osasuna mit 1:2, sondern auch wegen eines Bildes, das bis heute schockiert: Voro González, blutüberströmt nach einem schlimmen Nasenbruch, musste das Spielfeld verlassen.
Guus Hiddink leitete das Team damals, und der Teammanager, der später noch zahlreiche Krisen im Verein bewältigen sollte, musste aufgrund eines brutalen Fouls von Stevanovic früh ausgewechselt werden. Der Regen an diesem Tag in Castellón war „torenzial“, wie ein junger Matías Prats im legendären Fernsehprogramm „Estudio Estadio“ später beschrieb. Das Spiel wurde vor einer spärlichen Zuschauerschaft ausgetragen, da das schlechte Wetter viele Fans fernhielt. Der Rasen in La Plana war in einem katastrophalen Zustand, besonders in den Strafbereichen, wo der Ball unberechenbar abprallte.
Die Entscheidung fiel in den letzten 15 Minuten: Osasuna erzielte zunächst einen Elfmeter nach einem klaren Handspiel von Giner, der daraufhin die rote Karte erhielt. Eloy gelang der Ausgleich in der 86. Minute, doch Merino brachte Osasuna nur eine Minute später erneut in Führung, nachdem der Linienrichter einen fragwürdigen Abseitspfiff gegeben hatte. Auch wenn Larrainzar II bereits in Abseitsposition stand, als er den Ball erhielt, sorgte der Fehler des Schiedsrichterassistenten für Verwirrung und Proteste in der valencianischen Mannschaft. Der Schiedsrichter verteilte anschließend mehrere gelbe Karten.
Die Atmosphäre im Stadion war angespannt, und es flogen Gegenstände – darunter sogar ein Feuerzeug und Bananen – auf das Spielfeld. Der Akt des Spiels notierte die Vorfälle, ebenso wie den Treffer eines 100-Peseten-Stücks, das den Schiedsrichter traf, ohne ihn zu verletzen. Es war das 1.696. Spiel des Valencia CF in der Primera División, wird aber nicht als Heimspiel in Mestalla gezählt. Die Sperre von Mestalla erfolgte aufgrund schwerer Vorfälle nach dem Copa del Rey-Spiel gegen Real Madrid, bei dem dieser mit 0:0 endete und Madrid ins Halbfinale einzog.
Die Strafe von 500.000 Peseten (heute etwa 3.000 Euro) und die Sperre für ein Spiel wurden erst nach Einspruch beim Ausschuss für Berufungen und dem spanischen Disziplinar-Komitee bestätigt. Es bestand sogar kurzzeitig die Gefahr, dass das Spiel nicht übertragen wird, aufgrund einer Fehlinterpretation der Regeln. Letztendlich wurde das Spiel dennoch live auf Canal 9 gezeigt. Mestalla ist übrigens das Stadion mit den meisten Primera División-Spielen (1.503), wobei auch Spiele von Castellón (3) und Villarreal (1) als Heimspiele gezählt werden.
