Uruguay scheitert erneut: bielsa räumt verantwortung ein – und verlässt den posten
Guadalajara – Schock und Ernüchterung in Uruguay: Die Nationalmannschaft ist bereits nach der Gruppenphase ausgeschieden. Nach dem 0:1 gegen Spanien hat Trainer Marcelo Bielsa die volle Verantwortung für das Debakel übernommen und den auslaufenden Vertrag nicht verlängert. Ein Kapitel geht zu Ende – ohne bleibenden Eindruck.
Die revolte im team offenbar vor dem entscheidenden spiel
Die Niederlage gegen Spanien war nur der Sargnagel einer desaströsen WM-Vorstellung. Bereits zuvor hatten die Unentschieden gegen Kap Verde und Saudi-Arabien gezeigt, dass Uruguay weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Doch was vor dem Spiel gegen die Europameister geschah, wirft ein weiteres, düsteres Licht auf die Ereignisse in Mexiko. Laut Medienberichten kam es zu einer offenen Revolte innerhalb des Teams, angeführt von den Führungsspielern um Kapitän Federico Valverde. Ihr Anliegen: Bielsa's unorthodoxer Führungsstil, die Trainingssteuerung und die taktische Ausrichtung.
Bielsa's Reaktion war explosiv. Eine Wutrede vor dem gesamten Team soll die Stimmung weiter verschärft haben. Und das Ergebnis war auf dem Platz zu sehen: Eine lethargische Leistung, individuelle Fehler und eine fehlende taktische Disziplin. Besonders der Patzer von Torhüter Fernando Muslera, der Spanien den Sieg ermöglichte, wird Uruguay lange begleiten. „Die Journalisten und die Fans des uruguayischen Fußballs wollen mir berechtigterweise die Schuld geben. Ich bin der Verantwortliche und muss das akzeptieren“, erklärte Bielsa nach der Partie.

Valverde zeigt unmut – und verlässt den platz frustriert
Der Bruch zwischen Bielsa und einigen seiner Spieler war offenbar tiefgreifend. Das zeigte sich deutlich, als Bielsa den Kapitän Valverde in der 56. Minute auswechselte. Valverde reagierte mit einer demonstrativen Geste: Er zog sein Trikot über den Mund, vermied jeglichen Blickkontakt mit seinem Trainer und ließ offen, ob er die Entscheidung akzeptierte. Die Szene sprach Bände.
Die WM-Karriere von Bielsa endet somit ohne Erfolg. Seine Zeit in Uruguay wird als eine Phase in Erinnerung bleiben, die nichts hinterlassen hat. Das Land des Ex-Weltmeisters steht vor einem Neuanfang, der jedoch angesichts der aktuellen Ereignisse alles andere als einfach werden dürfte. Die Frage, wer die „Celeste“ in Zukunft führen wird, bleibt offen. Doch eines ist klar: Der uruguayische Fußball muss dringend eine Standortbestimmung vornehmen, um den Anschluss an die Weltspitze nicht zu verlieren.
Die Zahl spricht eine deutliche Sprache: Nur zwei Punkte aus drei Spielen – das ist die bittere Bilanz für Uruguay. Eine Schmach für eine Nation, die einst für ihre Fußballtradition und ihre Leidenschaft stand.
