Uriarte zerreißt das mugello: spaniens nächster moto3-blitz feiert premiere
Sechzehn Jahre nach Marc Márquez jagt der nächste Shootingstar den gleichen Traum. Brian Uriarte, 17, überquerte im italienischen Mugello als Erster die Ziellinie und schrieb Motorsport-Geschichte – mit demselben Team, demselben Mentoren-Duo und derselben Nummer an der Seite.
Emilio alzamora wieder am zügel, wieder ein debütsieg
Emilio Alzamora, 125-cc-Weltmeister von 1999, stand 2010 neben Márquez, als der damals noch ungestüme 17-Jährige seinen ersten Grand-Prix-Sieg feierte. Am 31. Mai 2026 war Alzamora wieder dabei – diesmal neben Uriarte, der im Ajo-KTM-Team auf die Strecke rollte. „Ich wusste um die Parallele, aber das bringt mir keine Punkte“, lachte der Cántabro nach dem Rennen, die Stimme noch rau vom Rauch der Shisha-Boxen. „Ich muss noch viel lernen.“
Die Lektionen kommen knallhart. Alzamora, heute Manager und Telemach für beide Talente, pumpt keine halbgaren Lobeshymnen in seine Schützlinge. „Er sagt mir ständig, was ich falsch mache“, grinst Uriarte. „Das ist Gold wert. Ich speichere jeden Satz und drehe ihn um.“ Der Stolperstein für viele Junioren – Kritik zu verarbeiten – wird bei ihm zum Turbo.

Tränen auf der zielgeraden, sms nach hause
Sekunden nach dem Zieleinlauf schossen Tränen unter dem Visier hervor. „Ich hab auf dem Bike geweint, beim Abschalten nicht mehr“, erzählt er und wischt sich über die Augen. „Die versteckte Träne rutscht immer raus.“ Die bewegendste Nachricht ging an seine Eltern in Santa Cruz de Bezana: „Danke fürs Vertrauen. Ohne euch wäre nichts.“ Seine Mutter saß zu Hause, sein Vater auf der Tribüne – beide in Taschentücher vergraben.
Der Spaß kam prompt zurück. Teamkollege Álvaro Carpe überschüttete ihn mit Kaltwasser, die Boxengasse tobte. „Wir haben dieselbe Energie wie früher Marc und Pol“, sagt Carpe. „Nur auf Katalanisch statt Spanisch.“

Márquez-modell läuft auf speed-repeat
Die A-Truppe der spanischen Förderkette läuft im Loop: 2025 feierte Máximo Quiles mit Marc Márquez als persönlichem Manager seinen Debütsieg in Mugello. Ein Jahr später legt Uriarte nach – mit Alzamora und dem originalen Ajo-Setup. Die Zahlen sprechen: drei Debüt-Siege in Folge auf derselben Strecke, dieselbe Crew, dieselbe Strategie. „Es ist kein Zufall“, sagt Ajo-Teammanager Aki Ajo knapp. „Wir klonen nicht, wir verfeinern.“
Uriarte schaut nicht zurück. „Nächstes Ziel: Podium in Barcelona. Dann sehen wir weiter.“ Keine leeren Phrasen – ein Junge mit Plan und Tempo. Die nächste Seite im Moto3-Buch ist schon in Druck.
