Uriarte wirft sich sofort ins rennen und droht ohne gegenkandidat durchzumarschieren

24 Stunden nach der Einsetzung der Kommission, die den Athletic Club zur Neuwahl führt, hat Jon Uriarte schon die Kandidatur eingereicht. Keine Gegenwehr in Sicht, keine klare Alternative. Seine Mannschaft rechnet fest damit, dass allein die Hürde von fünf Prozent der Mitgliedsstimmen am 23. April reicht, um ihn zurück ins Präsidentenamt zu spülen.

Ein möglicher Zweitbewerber würde die Wahl erst am 8. Mai terminieren – ein Szenario, das intern offenbar als Fiktion gilt. Uriarte selbst wirkt schon jetzt wie der Gewinner einer Abstimmung, die eigentlich noch gar nicht stattgefunden hat.

„Vier jahre später wissen wir, wo die kantine steht“

Bei seiner ersten Rede als offizieller Kandidat zog er die Bilanz seiner Amtszeit: „Wir kamen mit nichts als guter Laune, ohne Erfahrung im Profifußball. Heute bringen wir dieselbe Laune, aber vier Jahre Intensivtraining mit.“ Er sprach von „fabulousen“ Erfolgen und „kleinen Knöllchen“, die man korrigieren wolle. Den Trainer-Namen hält er weiter unter Verschluss – ein klassisches Machtreservoir, das er sich für spätere Verhandlungen offenlässt.

Die vorläufige Vorstandliste liest sich wie das Who-is-Who seiner ersten Legislatur: Jon Salinas, Xabi Álvarez, Ibon Naberan, Nacho Urigüen, Roque Echániz, Jon Ruigómez, Laura Ruiz de Azua, Josetxu Urrutia. Neue Gesichter sollen bis zur finalen Einreichung dazukommen, verspricht Uriarte, um „frisches Wissen und neue Lebensentwürfe“ ins Boot zu holen.

Sanierung vorbei – jetzt kommt der prestige-schritt

Sanierung vorbei – jetzt kommt der prestige-schritt

Die knallharte Botschaft seiner Rede: Der Klub ist blank geputzt. „Bei unserem Amtsantritt hatten wir Schwindelanfall- Bilanzen mit Verlusten jedes Jahr. Jetzt sind wir schuldenfrei und liefern Überschüsse am Fließband.“ Die Gabarra – das Traditionsboot der Bilbao-Fans – durfte wieder auf der Ría fahren, das Lezama-Trainingsgelände wurde aufgerüstet, und die Talentschmiede soll künftig nicht nur Fäuste voller Spieler, sondern auch bindungsstarke Langzeitverträge produzieren.

Uriarte wirbt damit, dass Athletic wieder in der Lage sei, „auf bessere Höhen“ zu zielen. Gemeint ist die Champions-League- statt Europa-League-Realität. Die Wähler sollen das als Versprechen und als Drohung verstehen: Nur bei Kontinuität lässt sich das nächste Level erklimmen.

Die Opposition? Lautlos. Die Mitglieder? Noch unentschlossen. Die Zahlen? Sprechen für sich: vier Jahre in schwarzen Zahlen, kein Cent Schulden, ein Stadion, das bis auf den letzten Platz seine Tickets wegsteckt. Uriarte hat schon gewonnen – wenn niemand bis Mitte April die Handschuhe wirft. Die Uhr tickt. Die Gabarra liegt bereit.