Urbig rückt vor, prescott muss warten: bayerns tor-krimi um neuer-nachfolge
Die Sache hatte sich angekündigt wie ein medizinisches Katz-und-Maus-Spiel. Jetzt ist klar: Jonas Urbig steht auch im Rückspiel gegen Atalanta Bergamo zwischen den Pfosten des FC Bayern. Der 22-Jährige erhielt am Mittwochmorgen grünes Licht von den Ärzten – ein Freusbrief für Vincent Kompany, ein K.-o.-Schlag für den 16-jährigen Leonard Prescott, der sich weiter gedulden muss.
Warum urbig startet und prescott nicht
Kompany hatte nach dem Training noch einmal betont, dass „rein medizinische Kriterien“ entscheiden. Die Botschaft war eindeutig: Urbigs leichte Gehirnerschütterung nach dem Schlag von Krstovic in Bergamo ist abgeklungen, Manuel Neuers leichter Muskelfaserriss ebenfalls – nur eben nicht weit genug, um ein Risiko einzugehen. Urbig ist fit, Prescott bleibt auf der Reservebank. Die Geschichte vom jüngsten Bayern-Torhüter aller Zeiten schiebt sich damit auf später.
Die Zahl, die alles erklärt: sieben. Urbigs siebter Champions-League-Einsatz rückt näher. Dabei war er beim 6:1 in Bergamo fast ein Opfer seiner eigenen Souveränität – 93 Minuten Langeweile, dann der Crash. Die Folge: ein kurzer Blackout, anschließend das Aus. Die Münchener Ärzte arbeiteten die Nacht durch, die Protokolle waren eindeutig: keine Nachwirkungen. Die Entscheidung fiel am Ende nicht in der Kabine, sondern im Leistungsdiagnostik-Zentrum an der Säbener Straße.

Ulreichs gala bleibt einzelstück
Ein anderer, der sich Hoffnungen machte, war Sven Ulreich. Seine Parade-Serie in Leverkusen hatte die Fans träumen lassen – bis er sich im selben Spiel die Adduktoren riss. Die Ironie: Wer sich in Bayern einmal verletzt, rutscht rückwärts durch die Hierarchie. Ulreich wird Wochen fehlen, Neuer ist noch nicht ganz da, Prescott wartet – und Urbig kassiert das Vertrauen zum zweiten Mal in fünf Tagen.
Die Frage, die in der Chefetage herumgeistert: Was passiert, wenn Urbig am Mittwoch früh aufwacht und die Symptome doch zurückkommen? Die Antwort lautet: dann wäre Prescott dran. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür sinkt mit jeder Stunde, in der Urbig ohne Kopfschmerzen das Frühstücksei öffnet.
Atalanta reist mit einer klaren Mission: Wunder oder nichts. Für Urbig bedeutet das: keine 90 Minuten Routine, sondern 90 Minuten Bewährung. Denn wenn der Junge mit der Nummer 26 auch nur einmal zögert, flackert die alte Frage auf: Hält der Kader zusammen, oder platzt der Traum vom Halbfinale am eigenen Tor?
Die nächste Stufe ist klar: Finale in München, Mitte Mai. Dorthin will Kompany mit zwei gesunden Profi-Keepern reisen – nicht mit einem 16-jährigen Notnagel. Urbig hat den Vorschuss erhalten, Prescott die Lehre: Geduld ist keine Tugend, sondern ein Befehl. Und Ulreich? Der guckt von der Tribüne aus und weiß: In Bayern zählt nur, wer laufen kann.
