Urbig darf weitermachen – prescotts traumpause vertagt sich
Jonas Urbig steht, trotz Schädel hin oder her, wieder zwischen den Pfosten. Die Ärzte geben grünes Licht, und mit ihm verschwindet der 16-jährige Leonard Prescott wieder in der U19-Kabine. Die Kuriosität, den jüngsten Champions-League-Keeper der Bayern-Geschichte zu bären, ist für diese Welle erstmal abgeblasen.
Warum kompany auf neuer und ulreich verzichtet
Manuel Neuer spült noch keine zehn Tage nach seinem leichten Muskelfaserriss keine Medikamente, er spult nur leichte Laufrunden. Sven Ulreich? Adduktoren angerissen, Saison für ihn gelaufen. Bleibt Urbig, der nach dem brutalen Zusammenprall mit Krstovic in Bergamo unter dem Verdacht einer leichten Gehirnerschütterung stand. Die Symptome legten sich rasch, die Untersuchung am Mittwochmorgen bestätigte: kein erhöhtes Risiko. Vincent Kompany hatte schon am Dienstagabend angekündigt, dass seine Entscheidung „rein medizinisch“ fallen wird – und fiel damit letztlich für Urbig aus.
Sieben Europapartien hat der 22-Jährige mittlerweile absolviert, bei den meisten war er Zuschauer in Torwarthandschuhen. Gegen Atalanta wird er erneut wenig Arbeit bekommen, doch die Statistik interessiert ihn weniger. „Ich nehme alles mit, was man mir gibt“, sagte er nach dem 6:1 vor zwei Wochen. Seine Unbekümmertheit ist längst Markenzeichen.

Prescotts moment soll warten – aber nicht ewig
Leonard Prescott hat den Koffer schon gepackt gehabt, das Trikot mit der Nummer 40 mit extraweißen Handschuhen. Der Teenager aus dem Nachwuchsleistungszentrum wäre mit 16 Jahren und 76 Tagen jüngster Bayern-Schlussmann in einem Pflichtspiel gewesen, noch vor Jean-Marie Pfaff, der 1982 mit 18 Jahren debütierte. Doch Kompany schreckt zurück: „Wir wollen niemanden ins kalte Wasser schubsen, wenn es medizinisch nicht nötig ist.“ Prescott wird stattdessen die Erfahrung sammeln, die Bank von innen kennenlernen – und vielleicht schon im Pokal gegen einen Underdog ranmüssen, sollte sich das Keeper-Karussell weiterdrehen.
Die Kurve jubelt Urbig zu, sie pfiff schon bei seiner letzten Auswechslung besorgt. Nun darf er den Schlusspunkt setzen, das 6:1 sichern, das Achtelfinale endgültig abdrehen. Praktisch ohne Druck, aber mit voller Konzentration. Denn verletzt auszuwechseln, will er sich diesmal nicht lassen.
