Woltemade: premier league-kritik trifft nationalspieler hart

Newcastle, 10. Juni – Der Traum von der englischen Premier League ist für Nick Woltemade vorerst geplatzt. Der Nationalspieler hadert mit der Art und Weise, wie seine erste Saison bei Newcastle United verlaufen ist, und spricht offen über die Erwartungshaltung und die oft ungerechte Kritik, die ihm entgegengebracht wurde.

Ein teurer sommer, eine enttäuschende rolle

Für 75 Millionen Euro wechselte Woltemade im Sommer vom VfB Stuttgart auf die Insel, voller Zuversicht und mit dem Ziel, sich im Angriff der Magpies durchzusetzen. Doch stattdessen fand sich der 24-Jährige oft auf ungewohnten Positionen wieder, weitab von seinem bevorzugten Sturmgebiet. „Von mir wird in jedem Spiel ein Tor oder eine Vorlage erwartet“, klagt Woltemade im stern-Interview. „Wenn ich aber nicht im Angriff spiele, ist es für mich deutlich schwieriger, in die torgefährlichen Räume zu kommen.“

Die Wucht der Kritik, die auf ihn einprasselte, überraschte den Angreifer. „Warum schießt Nick so wenig Tore? Warum gibt er nicht mehr Vorlagen? Das waren die falschen Fragen, und ich fand sie nicht ganz fair“, so Woltemade. Er fühlt sich missverstanden und betont, dass er in der vergangenen Saison viel gelernt hat. Athletisch hat er zugelegt, das Tempo der Liga kann er mithalten, und er hat sich in Zweikämpfen gesteigert. Ein Schritt nach vorn, zweifellos – aber eben nicht die erhoffte Erfolgsserie im Trikot von Newcastle.

Wm-hoffnung und bundestrainer-dilemma

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Trotz der schwierigen Phase blickt Woltemade optimistisch in die Zukunft. Die bevorstehende Weltmeisterschaft ist für ihn ein neues Ziel. „Die Mannschaft ist zu meiner Heimat geworden. Da glauben die Leute an mich, da fühle ich mich verstanden“, schwärmt er von der Nationalmannschaft, in der er sich sichtlich wohler fühlt als in Newcastle. Er ist zwar einer der Jüngeren im Kader, aber seine Toren haben maßgeblich zur Qualifikation beigetragen.

Doch auch im DFB-Team scheint Woltemade derzeit nicht die erste Wahl zu sein. Gegen Finnland wurde er erst spät eingewechselt, gegen die USA blieb er sogar die kompletten 90 Minuten auf der Bank. DFB-Sportdirektor Rudi Völler nahm dies in Schutz: „Er kommt aus keiner guten Phase. Er ist aber ein überragender Fußballer, der uns helfen wird.“ Die Worte Völlers mögen tröstlich sein, aber sie ändern nichts an der Tatsache, dass Woltemade derzeit um seinen Platz im Team kämpfen muss.

Die Saison in England mag enttäuschend verlaufen sein, doch Woltemade ist fest entschlossen, sich durchzusetzen. Er lässt die negativen Erfahrungen hinter sich und konzentriert sich auf die anstehenden Herausforderungen. Die Weltmeisterschaft bietet ihm die Chance, zu zeigen, was in ihm steckt – und endlich die Erwartungen zu erfüllen, die an ihn gestellt werden.