Vittoria puccini und tochter elena laufen in rom hand in hand über den laufsteg
Palazzo Barberini, 22 Uhr. Die Kameras klicken wie wild, doch das Motto ist klar: Kein Star strahlt heller als das Tandem Vittoria Puccini, 44, und Elena, 19. Mutter und Tochter betreten gemeinsam die Präsentation der Herbst/Winter-Kollektion 2026/27 – und lösen einen Shitstorm aus Instagram-Storys aus, der bis Mailand reicht.
Orange top gegen blaues jacquard – und ein blick, der alles sagt
Elena wählt lässig-weit Swing-Jeans und ein leuchtendes Orange, das an die neuen Roma-Strassenlaternen erinnert. Vittoria antwortet mit tiefblauem Jacquard, Haarknoten, fast dokumentarisch. Zwischen den Looks entsteht ein Dialog, kein Wettbewerb. „Die haben kein Glamour-Problem, die haben ein Zeit-Problem“, flüstert ein PR-Mann. Er meint: Zwischen Blitzlicht und Tochter-Gespräch bleibt keine Sekunde Luft.
Doch genau diese Sekunde nutzt Puccini, um mit La Repubblica zu sprechen. „Ich bin mit 19 aus Florenz abgehauen, um zu schauspielern. Elena ist heute 19 und sucht ihren eigenen Weg – nicht meinen.“ Das klingt nach Hollywood-Standard, ist es nicht. Denn die Schauspielerin liefert sofort den Unterschied nach: „Ich will nur, dass sie wählt, wer sie sein will, nicht, wen ich gern sähe.“

Ein eltern-guide für promis – ohne lehrbuch
Promi-Kinder sind Spielbälle der Erwartung. Puccini dreht den Spiess um. Statt Karriere-Druck setzt sie auf Schweigen, wenn nötig. „Wir reden nicht über Castings, wenn sie danach fragt. Wir reden über Menschen.“ Das klingt einfach, ist in Italiens Glamour-Welt aber so revolutionär wie ein VAR-Einsatz in der Serie B.
Die Bilanz: Kein einziges Zoff-Video auf TikTok, keine Likes-Klage, stattdessen ein Foto, auf dem Mutter und Tochter sich die Hand drücken – so fest, dass die Ringe weiße Spuren hinterlassen. 1,4 Millionen Views in drei Stunden. Die Kommentare spalten sich nicht zwischen „Hübsch“ oder „Hässlich“, sondern zwischen „Ich will diese Beziehung“ und „Ich will diesen Frieden“.
Die Designerin der Show, Alberta Ferretti, bringt’s in einem Satz auf den Punkt: „Wir machen Mode für starke Frauen. Heute Abend haben wir zwei auf einmal geliefert.“

Ein blick zurück, ein blick nach vorn
2006 geboren, ist Elena das Kind der Super-Soap Elisa di Rivombrosa, die Vittoria mit Alessandro Preziosi drehte – und mit ihm eine Beziehung, die 2010 endete. Seit 13 Jahren ist Fotograf Fabrizio Lucci an ihrer Seite, ein Mann, der keine roten Teppiche braucht, dafür aber Dias und Dunkelkammer. Das Resultat: ein Familienalbum ohne Lücken, dafür mit klaren Konturen.
Die Modewelt feiert kurz, die Filmwelt wartet. Vittoria dreht gerade Il cassetto segreto, Elena plant ein Mode-Design-Studium in London. Beide wissen: Der Laufsteg ist heute Abend nur eine Probe, das echte Finale findet außerhalb statt – ohne Kameras, mit Handdruck.
