Splendida cornice kehrt zurück: ein abend voller kultur und humor
Am 26. März 2026 kehrt Splendida Cornice auf Rai 3zurück – und diesmal hat Moderatorin und Schöpferin Geppi Cucciari ein Programm zusammengestellt, das sich gewaschen hat. Um 21.20 Uhr öffnet sich das Kulturunterhaltungsformat wieder für ein Publikum, das zwischen ernsthafter Analyse und herzlichem Lachen pendeln will. Eine Stunde, die zeigt, warum das italienische Fernsehen manchmal noch überraschen kann.
Ein gästeaufgebot, das kaum wünsche offenlässt
Den Auftakt macht Vittoria Puccini, die für den neuen Film von Carlo Verdone – Scuola di seduzione – wirbt. Verdone ist eine Institution des italienischen Kinos, und Puccini bringt genau die Eleganz mit, die dieser Abend braucht. Direkt danach übernehmen Giorgio Gherarducci und Marco Santin von der legendären Gialappa's Band das Mikrofon. Wer die beiden kennt, weiß: Danach sieht man die Welt ein bisschen schiefer – und das ist gut so.
Auch Isabella Ragonese und Corrado Fortuna sind dabei, beide verbunden mit der Komödie Il Dio dell'amore von Francesco Lagi. Das Kino drängt sich in dieser Folge spürbar in den Vordergrund, und das Programm nutzt das geschickt als roten Faden.

Musik, tanz und eine hommage, die bewegt
Noemi bringt einen ihrer Songs live ins Studio. Aber der musikalische Moment des Abends dürfte ein anderer sein: Giuliano Palma widmet seine Darbietung dem kürzlich verstorbenen Gino Paoli. Kein Spektakel, sondern ein echtes Innehalten. Wer Paoli kannte, wird es spüren.
Aus Paris schaltet sich Andrea Sarri zu, Erster Tänzer der Opéra de Paris, für eine Performance zu Edith Piafs unsterblichem Non, je ne regrette rien. Der Kontrast zwischen diesem Moment und dem Rest des Abends ist kein Fehler – er ist das Konzept. Splendida Cornice lebt genau von dieser Reibung.

Analyse und debatte: die journalisten übernehmen
Wenn Massimo Giannini, Beppe Severgnini und Lorenza Ghidini gemeinsam auf dem Podium sitzen, wird es selten langweilig. Die drei stehen für unterschiedliche Blickwinkel auf die Gegenwart, und Geppi Cucciari versteht es wie kaum jemand sonst, solche Gespräche aus dem Gleichgewicht zu bringen – im besten Sinne.
Das sogenannte autocertificato-Publikum – Menschen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten, von der Stammtischrunde bis zur Frau im Doppelrolle – interagiert mit einem Expertenfeld, zu dem Amalia Ercoli Finzi, Giuseppe Antonelli, Ester Viola und Carlo Boracchi gehören. Das klingt nach Chaos, funktioniert aber als Spiegel der Gesellschaft besser als jede Talkshow-Routine.

Die band, die alles zusammenhält
Den Klangteppich des Abends webt die Band von Nicola Ballo Balestri – Mitgründer der Lùnapop und langjähriger Bassist von Cesare Cremonini. Mit Davide Angelica am Bass, Tommaso Ruggiero am Schlagzeug und Daniele D'Alessandro an Keyboard und Klarinette entsteht ein Sound, der dem Abend Rückgrat gibt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Außerdem mit dabei: Andrea Maggi mit seiner orthografischen Aufsicht über die Sprache – eine der charmantesten Rubriken des Formats – sowie Alessandro Arcodia mit seinen Kunstberichten aus dem Feld. Zwei Konstanten, die dem Programm seine unverwechselbare Handschrift verleihen.
Splendida Cornice ist kein Fernsehen, das laut nach Aufmerksamkeit schreit. Es wartet einfach – und wer sich darauf einlässt, geht selten enttäuscht ins Bett.
