Schweiz schreibt geschichte: tränen und messi-duell im viertelfinale!
Vancouver bebte, als die Schweizer Nationalmannschaft nach einem dramatischen Elfmeter-Krimi gegen Kolumbien das Viertelfinale der WM erreichte. Granit Xhaka, der Kapitän, brach nach dem Schlusspfiff in Tränen aus – ein Bild, das die emotionale Erleichterung und den historischen Triumph der „Nati“ perfekt widerspiegelte.
Die sanfte seite des käpt’ns
Oft als emotionslos wahrgenommen, zeigte Xhaka im entscheidenden Moment seine Verletzlichkeit. „Wir haben Geschichte geschrieben, ein unglaubliches Gefühl!“, erklärte er überwältigt im Schweizer Fernsehen, nachdem er sich von seinem emotionalen Zusammenbruch erholt hatte. Trainer Murat Yakin lobte seine Leistung: „Er hat gelitten, gekämpft und war bis zur letzten Minute wichtig. Als Elfmeterschütze hat er zudem Verantwortung übernommen.“ Der 4:3-Sieg nach Verlängerung und Elfmeterschießen markiert den ersten Einzug der Schweiz unter die letzten acht seit 1972.

Von „wow!“ zu messi – der traum vom titel lebt
Während die Boulevardpresse überschwappte – der „Blick“ titelte mit „Historisch!“, der „Tagesanzeiger“ mit „Wow!“ – keimte im Team der Traum vom ganz großen Wurf auf. Manuel Akanji ließ sich jedoch nicht zu voreiligen Schlüssen hinreißen: „Es ist noch zu früh, vom WM-Titel zu sprechen. Aber er ist nicht weit weg. Jede Nation kommt, um zu gewinnen, und wir wollen den Titel holen.“

Kansas city und der supergau: messi steht im weg
Die nächste Hürde könnte kaum höher sein: Im Viertelfinale, in der Nacht zu Sonntag (3.00 Uhr MESZ), reist die „Nati“ nach Kansas City, wo Argentinien und der Superstar Lionel Messi auf sie warten. „Ziel Nummer eins ist erreicht, aber der Hunger ist jetzt größer als je zuvor“, betonte Xhaka. Die Konfrontation mit den Südamerikanern, insbesondere mit Messi, wird eine „riesige Herausforderung“ darstellen, so Xhaka weiter. Er betonte, dass sie das Spiel genießen und bereit sein werden.

Defensive stärke, angriffslücken
Es ist kein Geheimnis, dass das Offensivspiel der Schweizer noch Verbesserungspotenzial besitzt. Gegen Kolumbien schossen sie lediglich zweimal aufs gegnerische Tor – dennoch reichte der Wille, um den Sieg zu erringen. „Der Wille hat gewonnen“, so Xhaka. Vor allem defensiv standen sie kompakt und zeigten eine beeindruckende Disziplin. Aber das muss sich nun ändern, wenn man gegen Argentinien bestehen will. Die Schweiz muss im Angriff mehr Gefahr ausstrahlen, um Messi und Co. kontrollieren zu können.
