Sarpei packt aus: magath-zeit bei schalke war von angst geprägt
Die Luft knistert förmlich, wenn Hans Sarpei über seine Zeit bei Schalke 04 und insbesondere die Zusammenarbeit mit Felix Magath spricht. Im Podcast SPORT1 Deep Dive ließ der ehemalige Profi keine Zweifel daran, dass zwischen ihm und dem langjährigen Bundesliga-Coach kein gutes Verhältnis herrscht – und das mehr als ein Jahrzehnt nach ihrem gemeinsamen Engagement.

Keine freundschaftliche verbindung zum „quälix“
„Wir haben keine Beziehung“, gestand Sarpei offen, als er im Podcast nach seinem Verhältnis zu Magath gefragt wurde. Die kurze Bedenkpause vor seiner Antwort deutete bereits auf die angespannte Situation hin. Zwar räumte der 49-Jährige ein, dass Magath zweifellos Erfolge gefeiert hat – „das wird ihm auch niemand nehmen“, so Sarpei – doch seine Arbeitsweise bereitet dem ehemaligen Außenverteidiger bis heute Kopfzerbrechen.
Magath, der durch seine rigorosen Trainingsmethoden den Spitznamen „Quälix“ erlangte, trainierte Schalke von 2009 bis 2011. Sarpei kritisiert, dass der frühere Coach stets mit einer Atmosphäre der Angst hantiert habe. „Seine Art, wie er war – ich glaube nicht, dass man das jetzt so machen könnte. Er hat ein bisschen mit Angst gespielt oder hat reagiert“, erklärte er. Diese Taktik führte dazu, dass Sarpei trotz seiner Erfahrung unter Magath kaum Spielzeit erhielt und schließlich in die zweite Mannschaft befördert wurde – ohne jegliche Erklärung. Eine Demütigung, die Sarpei seit Jahren öffentlich beklagt.
Ein Wendepunkt durch Rangnick Nur mit dem plötzlichen Trainerwechsel zu Ralf Rangnick im März 2011 änderte sich die Situation grundlegend. Sarpei durfte fortan wieder regelmäßig in der ersten Mannschaft spielen und war maßgeblich am Einzug ins Champions-League-Halbfinale gegen Manchester United beteiligt. Auch im DFB-Pokalfinale gegen den MSV Duisburg, das Schalke mit 5:0 gewann, stand Sarpei in der Startelf. Ein deutlicher Kontrast zu den frustrierenden Monaten unter Magath.
Die Geschichte Sarpeis zeigt, wie unterschiedliche Führungsstile die Karriere eines Spielers maßgeblich beeinflussen können. Während Rangnick ihm die Chance gab, sein Potenzial zu entfalten, schien Magath ihn in eine Schublade zu stecken und seine Fähigkeiten zu ignorieren. Die Konsequenz: Ein gespanntes Verhältnis, das bis heute andauert und ein deutliches Bild von den unterschiedlichen Philosophien zweier Trainer zeichnet. Felix Magath, der aktuell als Sport-Vorstand bei Regionalligist Aschaffenburg tätig ist, muss sich wohl eingestehen, dass seine harte Schuldigkeit nicht für jeden Spieler geeignet war.
