Rai3 zeigt lea pericoli als stil-ikone und krebskämpferin

Sveva Alviti wird am Sonntag um 23:45 Uhr auf Rai3 nicht einfach sprechen – sie wird Lea Pericoli wieder auferstehen lassen. Die zweite Folge der Dokureihe „Illuminate“ verwandelt den Centre-Court in ein Theater, auf dem eine Frau gegen Weiß, gegen Männerdomänen und gegen Tumore spielte.

Vom mauertraining in afrika zur stil-ikone

Pericoli schlug als Kind in Addis Abeba Bälle gegen eine Hauswand – das war ihre erste Grand-Slam-Bühne. Später trug sie Ted-Tinling-Ensembles, die so knapp geschnitten waren, dass die Presse vom „Minikleid-Tennis“ schrieb. 27 italienische Titel, Platz 17 in der Welt, zwei Achtelfinals in Roland Garros – das reicht für eine Statistik, reicht aber nicht für die Legende.

Die Legende beginnt, als sie das Mikrofon im Jahr 1978 als erste Frau in italienischen TV-Übertragungen packt. Panatta lacht heute noch: „Lea fragte nach dem Spiel, ob ich denn ‚nervös wie ein Reh‘ sei. Ich war es.“

Krebs wird zum fünften satz

Krebs wird zum fünften satz

2013 der Befund: Brustkrebs. Pericoli macht die Krankheit öffentlich wie einen Tie-Break. „Ich habe auf dem Court schon Matchbälle abgewehrt, einen mehr interessiert mich nicht“, sagte sie der „Gazzetta“-Reporterin Giorgi. LILT-Chef Binaghi nimmt ihre Hand und baut eine Kampagne auf, die 2,3 Mio. Euro Spenden generiert – mehr als jeder italienische Marathon.

Im Dokument führt Regisseur Michele Imperio diese zwei Leben parallel: Splitscreen zwischen Archivbildern von Wimbledon und den Chemotherapie-Sälen des San-Raffaele. Die Montage lässt die Glühbirnen der 60er-Jahre-Kameras mit den Neonlampen der Onkologie flimmern – ein Effekt, der einem den Atem nimmt.

Warum die docureihe heute wichtig ist

Warum die docureihe heute wichtig ist

Italiens Tennis-Verband meldet 2024 einen Zuwachs von 14 % bei Mädchen-Lizenzen. Der Boom hat einen Namen: „Effetto Pericoli“. Denn seit die Trailer laufen, melden sich Eltern in Florenz und Bari an, die vorher nur Fußball kannten. Die FITP plant Turniere unter dem Motto „Game, Set, Style“ – Dresscode frei, aber mit Stil.

Am Ende der 52 Minuten steht eine einzige Zahl: 4. Oktober 2024. Sterbedatum. Die Credits laufen über ein leeres Court-Central in Mailand. Der Schiedsrichterstuhl bleibt leer, aber die Kleiderbügel im Umkleideblock tragen noch ihr Namensschild. Es ist ein Bild, das allein schon Geschichte lehrt – ohne Pathos, nur mit Stoff.