Pragmata: capcom trifft auf mondlandschaft – ein unerwarteter erfolg?

Nach zahllosen Verschiebungen und einer langen Entwicklungszeit ist es endlich soweit: Capcoms neues Action-Adventure Pragmata ist erschienen. Das Spiel, das im Schatten von Resident Evil und Monster Hunter ins Leben gerufen wurde, könnte überraschend zu einem der interessanten Titel des Jahres werden. Ein Blick zurück auf die turbulente Entwicklung und eine Analyse, was Pragmata so besonders macht.

Ein spiel zwischen schießen und hacken – eine ungewöhnliche kombination

Pragmata ist kein gewöhnliches Shooter-Spiel. Hier gilt es, Gegner nicht nur mit Kugeln zu besiegen, sondern zunächst ihre Verteidigungssysteme per Minispiel zu hacken. Diese Mechanik verleiht dem Gameplay eine taktische Tiefe und verhindert, dass es zu einem bloßen Ballerspaß verkommt. Die Ähnlichkeiten zu Resident Evil sind im langsamen Vorgehen der Gegner und dem bedachten Tempo erkennbar. Elemente von Lost Planet finden sich in der außerirdischen Atmosphäre wieder, während die Arenen und Bosskämpfe an Devil May Cry erinnern. Interessanterweise unterscheidet sich Pragmata jedoch deutlich von Vanquish, obwohl die Optik auf den ersten Blick Ähnlichkeiten aufweist. Hier herrscht Präzision und Ausgewogenheit, im Gegensatz zum hektischen Stil von Vanquish.

Die Beziehung zwischen dem Astronauten Hugh und der jungen Diana bildet das emotionale Herzstück des Spiels. Erinnerungen an Atreus und Kratos aus God of War oder Joel und Ellie aus The Last of Us sind unvermeidlich, wenngleich Diana im Gameplay eine etwas untergeordnete Rolle einnimmt. Die Interaktionen zwischen Hugh und Diana sind dennoch stets herzerwärmend und tragen maßgeblich zur Atmosphäre des Spiels bei. Capcom scheint hier einen narrativen Weg zu beschreiten, der an The Last of Us erinnert, jedoch mit einem gewissen Mut und einer gewissen Konzentration.

Ein blick auf die geschichte und das setting

Ein blick auf die geschichte und das setting

Die Geschichte von Pragmata leidet vermutlich unter den Kürzungen, die Capcom vorgenommen hat, um die Spieldauer auf etwa zehn Stunden zu begrenzen. Die Entwicklung des Spiels und die Dynamik zwischen Hugh und Diana sind jedoch stimmig und überzeugend. Der Umstand, dass die Handlung auf dem Mond spielt, ist ein interessantes Detail, das umso aktueller wirkt, da es kurz vor dem geplanten Rückflug der Artemis II-Mission auf die Erde erschien. Zwar wird die Mondlandschaft manchmal etwas schnell überrannt und wirkt asseptisch, doch das Spiel gelingt es, eine Atmosphäre zu schaffen, die trotz allem fesselt. Insbesondere die Thematik der künstlichen Intelligenz und deren potenziellen Missbrauch ist bemerkenswert und wurde offenbar im Zuge der Verzögerungen noch einmal überarbeitet.

Gameplay und mechaniken – ein handwerkliches meisterwerk

Gameplay und mechaniken – ein handwerkliches meisterwerk

Die eigentlichen Stärken von Pragmata liegen im Gameplay. Das Hacken der Gegner ist nicht nur eine Mechanik, sondern ein integraler Bestandteil des Spielerlebnisses. Der Spieler wird dazu angehalten, nicht nur stumpf auf Ziele zu schießen, sondern strategisch vorzugehen und Schwachstellen auszunutzen. Das Spiel setzt dabei auf Raum und Zeit, um den Spieler herauszufordern. Anstatt die Gegner nur zu vermehren, werden die Umstände erschwert, sodass der Spieler geschickt ausweichen und die Umgebung nutzen muss. Das Ergebnis ist ein präzises und befriedigendes Spielerlebnis, das mit zahlreichen Sammlerstücken und Upgrades belohnt wird.

Fazit: ein diamant im capcom-portfolio

Fazit: ein diamant im capcom-portfolio

Pragmata mag nicht perfekt sein, doch es ist ein Spiel, das mit seiner ungewöhnlichen Kombination aus Shooter- und Hack-Elementen überzeugt. Wer eine innovative Spielerfahrung sucht und die Entwicklung von Capcom unterstützt, wird mit Pragmata einen lohnenden Titel finden. Auch wer einfach nur Spaß haben möchte, ist hier genau richtig. Die Spieler werden sich wünschen, noch länger in dieser Welt verweilen zu dürfen, und die zusätzlichen Inhalte nach dem Abspann versprechen weitere spannende Stunden.