Pooh-rückkehr in sanremo: fans empört über bühne
Der italienische Musikgigant Pooh kehrte beim Finale des 76. Sanremo-Festivals zurück, doch die Freude wurde von einem bitteren Beigeschmack getrübt: Die Band wurde auf die Außenbühne in der Piazza Colombo verbannt. Fans sehen darin eine Respektlosigkeit gegenüber einer Legende.

Die fans toben online
Die Rückkehr der Pooh, drei Jahre nach ihrem Auftritt 2023 zu Ehren von Stefano D'Orazio, sollte eigentlich ein Triumph werden. Stattdessen entbrannte eine hitzige Debatte. Die Entscheidung, die Band auf der Piazza Colombo auftreten zu lassen, anstatt auf der traditionellen Ariston-Bühne, stieß auf massiven Widerstand bei den Anhängern. Eine Online-Petition, initiiert auf einer Fanseite, fordert eine Erklärung von RAI und den Festivalmachern. Die Fans bezeichnen die Entscheidung als eine "Ohrfeige" und einen Mangel an Anerkennung für eine Gruppe, die die italienische Musiklandschaft maßgeblich geprägt hat. Die Ariston-Bühne wird dabei nicht nur als physischer Ort, sondern als Symbol für Respekt und Wertschätzung betrachtet.
Carlo Conti, der künstlerische Leiter des Festivals, versuchte die Situation zu entschärfen. Er erklärte in einer Pressekonferenz, dass es für jede Entscheidung bei Sanremo eine Begründung gebe. Conti verwies darauf, dass die Pooh bereits in seinem eigenen Festival gefeiert wurden und mit Amadeus ihre Reunion hatten. Die Entscheidung für die Piazza sei in Absprache mit der Band gefallen, um die Nähe zu den Fans zu demonstrieren, da die Pooh ihre Konzerte gerade in der Nähe der Leute veranstalten. Diese Erklärung konnte die Wut der Fans jedoch kaum besänftigen.
Neben der Pooh-Kontroverse brodelte es in Sanremo weiter. Alessandro Gassman kritisierte das Auftreten von Renato Morandi, während Gianluca Grignani für sein Duett mit Luchè und eine ungewollte Begegnung mit Laura Pausini in die Kritik geriet. Auch ein vermeintlicher Kuss zwischen Levante und Gaia sorgte für Gesprächsstoff. Die Ereignisse überschatteten stellenweise das eigentliche Festivalgeschehen und zeigten einmal mehr, dass Sanremo nicht nur ein Musikfestival, sondern ein Spiegelbild der italienischen Gesellschaft ist.
Die Entscheidung, die Pooh auf die Außenbühne zu verbannen, wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Kommerzialisierung des Festivals. Es stellt sich die Frage, ob die Tradition und der Respekt vor den Musiklegenden im Angesicht von Sponsoreninteressen und medialem Hype in den Hintergrund geraten. Die Pooh-Affäre zeigt, dass selbst die größten Namen der italienischen Musikszene nicht vor derartigen Demütigungen gefeit sind. Ein bitteres Kapitel in der Geschichte des Sanremo-Festivals, das noch lange nachhallen wird.
