Kühbauer zieht ins finale – und lässt die emotionen in ried explodieren

Ein Handshake verweigert, ein Jubel vor den gegnerischen Fans, Bierduschen und Beleidigungen: Nach dem 2:1 n.V. des LASK in Ried ist Dietmar Kühbauer zur Zielscheibe der Emotionen geworden – und zur Hauptfigur eines Finals, das mehr ist als nur Fußball.

Kühbauer gegen senft: ein duell, das eskalierte

123 Minuten hatten die Spieler auf dem Platz gekämpft, doch die wahre Schlacht folgte nach dem Schlusspfiff. Kühbauer ignorierte Rieds Trainer Maximilian Senft demonstrativ, stattdessen feuerte er seine triumphierten Gesten Richtung Rieder Tribüne. „Gegenfrage: Muss ich von der Tribüne angeschüttet werden?“, konterte er später – und spielte damit auf die anhaltenden Beschimpfungen an seiner Adresse an. Senft seinerseits sprach von Respektlosigkeit: „Ich wollte das Ganze respektvoll beenden, der andere Trainer nicht.“

Die Luft war dick, die Stimmung kochte. Spieler beider Teams berichteten von Flüchen, Provokationen, sogar von Bier, das in Richtung Bank geflogen sei. Ein Spiel, das laut Kühbauer „117 Minuten lang in der Luft war“, endete mit einem Kleinkrieg, der Fragen aufwirft – über Fairness, Emotionen und die Grenzen des Erlaubten.

Rieds spielweise: taktik oder zeitverschwendung?

Rieds spielweise: taktik oder zeitverschwendung?

Die Kritik des LASK-Coachs galt nicht nur dem Publikum, sondern vor allem der Spielanlage des Underdogs. Standards, Einwürfe, lange Bälle – für Kühbauer ein „destruktiver“ Stil, den er „sein Leben lang nicht spielen“ würde. Senft konterte unbeirrt: „Dafür werde ich mich nicht entschuldigen.“ Der Marktwert des Gegners sei ein Vielfaches, da bleibe nur der Weg über Kampf, Zweikampf, Zäsur.

Die Statistik gibt ihm recht: Ried schlug 47 mal lange Bälle, fünf Mal so viele wie der LASK. Die Spielunterbrechungen häuften sich, bis Kalajdzic resigniert feststellte: „Schön war's nicht anzusehen.“

Altach wartet – und der lask träumt vom double

Altach wartet – und der lask träumt vom double

Am 1. Mai geht’s nach Klagenfurt. Der LASK ist klarer Favorit, will aber nicht vom eigenen Anspruch erschlagen werden. „Wenn wir glauben, wir spielen 90 Minuten und sind dann Sieger, dann sind wir am falschen Dampfer“, warnte Kühbauer. Für ihn ist es das zweite Finale in Folge – einst mit dem WAC, nun mit dem Klub, der 1965 zuletzt einen Titel holte. Seither wartet ganz Oberösterreich auf die Rückkehr auf die große Bühne.

Die Liga läuft parallel. Am Sonntag empfängt der LASK Rapid. Die Meisterschaft ist noch offen, die Kräfte endlich. Kalajdzic zieht Bilanz: „Wir sind im Finale, der Rest ist egal.“ Eine Feststellung, die so schlicht klingt – und doch die ganze Spannung dieses Frühlings trägt.