Da costa flüchtet in der 85. minute: mainzer abwehrmann muss aufs klo – und wird zur liga-lachnummer
Der Europapokal liefert Dramatik, Tore, Kracher – und manchmal eben auch eine Toiletten-Sprint-Einlage. Beim 2:0 der Mainzer gegen Sigma Olmütz verließ Danny da Costa in der 85. Minute den Platz, als hätte der Referee ihm eine rote Karte gezeigt. Ziel aber war nicht die Umkleide, sondern die Kabine. Grund: akuter Darmdruck.
Die Bilder gingen durchs Netz. Da Costa rennt, die Mainzer Bank starrt verwundert, Urs Fischer wechselt hektisch. Nach 60 Sekunden ist der 32-Jährige zurück – nur um zu erfahren, dass Kacper Potulski bereits seine Position übernommen hat. „Ich wollte vermeiden, dass das Thema groß wird. Hab’s verkackt, wörtlich“, sagte da Costa im Podcast Copa TS und lachte mit der ganzen Stadt.
Kein schritt mehr kontrolliert: so lief die eskapade ab
Der rechte Verteidiger spielte bis dahin eine solide Partie, Mainz führte 2:0 und hatte numerische Überlegenheit. Doch plötzlich bekam er Gänsehaut, die nichts mit Spannung zu tun hatte. „Ich habe gemerkt: Es zieht sich zusammen. Noch zwei Minuten wären Explosionsgefahr“, sagt er. Also sprintete er zur Bank, rief: „Tauscht mich!“ – doch das Trainerteam reagierte erst, als er schon im Tunnel verschwand.
Urs Fischer gestand: „Ich dachte zuerst, er holt sich Tape. Dann sah ich seine Gesichtsfarbe und wusste: Das ist ernst.“ Die Uhr tickte, die vierte Offizielle hob das Board, Potulski lief ein – und da Costa musste von außen zuschauen, wie sein Team die Schlussphase überstand.

Elektrolyt-drinks als auslöser? profis wissen: körper kann ausrasten
Was war die Ursache? Verdächtig sind die Elektrolyt-Drinks, die er in der Halbzeit intus hatte. „Mein Magen verträgt die nicht immer“, räumt er ein. Für Profis kein Neues: Zucker, Kohlenhydrate und Kälte treffen empfindliche Därme, besonders wenn vorher schon Nervenflattern herrscht. „Man schiebt sich alles rein, damit nichts fehlt – und genau das fehlt dann auf dem Platz“, sagt Da Costa.
Die Analysten ließen ihn nicht davonkommen: Im Video-Cut setzten sie einen Spotlight-Filter auf ihn, der die letzten zwei Minuten vor der Flucht zeigt. Ergebnis: Da Costa läuft immer langsamer, stemmt die Hände in die Hüfte, verzieht das Gesicht. Die Kabine brach beim Anschauen in Gelächter aus. „Jetzt bin ich der Klo-Lauf-König von Mainz“, sagt er. „Besser als der Lauf der Schande, weil wir gewonnen haben.“
Am Ende zählt nur das Weiterkommen. Mainz steht im Viertelfinale der Conference League – und hat neben dem Sieger-Tor jetzt auch eine Sieger-Geschichte. Da Costa selbst nimmt’s mit Humor: „Wenn wir Europapokal spielen, sollen die Gegner wissen: Wir lassen uns nicht nur nicht aus der Ruhe bringen – wir laufen sogar noch schneller, wenn’s brennt.“
