Backhaus wegelt wolfsburg weg – bremen klettert dank 21-jähriger aus dem keller

Mio Backhaus hat den Werder-Sternenhimmel wieder aufgerichtet. Mit zwei Reflexe, die sich zwischen Wolfsburgs Lindström und Eriksen wie ein Bannschlag anfühlten, schuf der 21-jährige Keeper die Basis für den 1:0-Auswärtssieg – und für die erste echte Atempause im Bremer Abstiegskampf.

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Noch vor sieben Tagen war Backhaus der Mann, der gegen die Kiezkicker eine Flanke zum 1:2 verlängerte und Werder in tiefe Krisenstimmung stürzte. Jetzt? „Als hätte er nur eine Tasse Kaffee umgeschmissen – aufgewischt, weitergemacht“, sagte Leonardo Bittencourt, der sich nach Schlusspfiff als „Riesenfan“ outete. Die Zahlen geben ihm recht: Backhausen parierte 86 % der Schüsse auf sein Tor, in der Liga nur Neuer liegt mit 88 % höher – bei 37 Jahren.

Trainer Daniel Thioune warf nach dem Spiel das Wort „Sternchen“ in den Raum, gemeint: eine Leistung, die sich neben dem Resultat eigenständig seziert. „Wir stecken im Abstiegskampf, da braucht man einen Rückhalt, der nicht zuckt.“ Diese Stabilität misst Werder seit 270 Minuten, in denen Backhaus keinen Gegentreffer kassierte – die längste Serie eines Bremer Keepers seit Pavlenka 2019.

„Siege sind wie eine sucht“ – backhaus kann sich an die decke lehnen, tut es aber nicht

„Siege sind wie eine sucht“ – backhaus kann sich an die decke lehnen, tut es aber nicht

Statt sich in Mikrofonen zu sonnen, schob er die Schuldfrage beiseite: „Die Jungs wissen, dass mir Schulterklopfen nicht fehlt.“ Yukinari Sugawara rief ihm scherzhaft zu: „Bleib bescheiden!“ Backhaus nickte nur, bevor er in den Bus stieg. In seinem Kopf schon angekommen: der nächste Gegner, der Freitag, die nächste Dosis.

Mit 22 Punkten aus 21 Spielen rückt Werder auf Tabellenplatz 13 vor – zwei Zähler vor dem Strich, drei vor dem rettenden Ufer. Die Saison ist noch lang, aber zwischen den Pfosten steht jetzt einer, der Kaffee verschüttet hat und trotzdem lacht. Die Liga sollte sich warm anziehen.