Unterhaching sagt nein zum aufstieg: würzburg darf jubeln, leipzig wartet
Die SpVgg Unterhaching hat am Dienstagabend den Pokal hingestellt. Zweiter Platz, tolle Saison, null Lizenz. Die Konsequenz: Die Bayern verzichten freiwillig auf die Relegation zur 3. Liga und schicken die Würzburger Kickers ins Rennen.
„Wir müssen realistisch sein“, sagte Präsident Manfred Schwabl. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen Wiederaufstieg sind nicht gegeben.“ Ein Satz, der in der Regionalliga Bayern für einiges Raunen sorgt. Denn Haching steht als Tabellenzweiter hinter der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg – und die hat ebenfalls keinen Antrag gestellt.

Ein aufstieg, der keiner sein darf
Die Folge: Die Würzburger Kickers rücken von Platz drei auf die vakante Relegationsposition vor. Dort wartet voraussichtlich Lok Leipzig, aktuell Spitzenreiter im Nordosten. Für die Kickers ist der Traum vom dritten Mal 3. Liga nach 2020 und 2022 damit abrupt wieder wach. Für Trainer Sven Bender und seine Spielerhingegen bleibt die Erkenntnis: 23 Siege, 65 Tore – und am Ende steht eine Entscheidung aus dem Vorstandszimmer.
Die Zahlen sind gnadenlos. Unterhaching musste im vergangenen Jahr rund 1,8 Millionen Euro Verlust ausgleichen. Die DFL verlangt für die 3. Liga ein Nachweiskapital von 900.000 Euro, dazu kommen Personalkosten, Reisekosten, Nachwuchsleistungszentrum. „Die Perspektive auf einen Aufstieg in Liga drei werden wir aber nicht aus den Augen verlieren“, betonte Schwabl. Ein Versprechen, das angesichts der aktuellen Lage eher wie ein Trost klingt.
Die Fans reagierten mit gemischten Gefühlen. Auf Social Media schreibt ein User: „Lieber stabil in der Regionalliga als mit dem Rasenmäher durch die dritte Liga.“ Ein anderer kontert: „Sportlich hätten wir es verdient.“ Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen – und wird am 10. Mai sichtbar, wenn die Saison in Unterhaching mit einem Heimspiel gegen den FC Memmingen endet. Applaus statt Aufstieg. Die Kurve wird singen, die Spieler werden winken. Und dann? Dann schaut ganz Bayern nach Würzburg.
