Union berlin versinkt in münchner schmiede: 0-4-pleite mit nachspiel
Die Zahl ist ein Schlag ins Gesicht: 15 Partien, null Siege. Und nun auch noch eine 0:4-Klatsche in München, bei der Union Berlin 90 Minuten lang wie der Balljunge der Bayern aussah.
Heldt platzt der kragen
Horst Heldt wartete nach Abpfiff keine fünf Sekunden, ehe er ins Mikro griff. „So kannst du natürlich nicht auftreten“, knirschte der Sport-Geschäftsführer. Was ihn brennen ließ: nicht die Niederlage an sich, sondern die Art, wie sein Team die Gegentore kassierte. „Zu einfach“, wiederholte er drei Mal, als zähle er Schandflecken auf. Der 56-Jährige wollte nicht ausbaldowern, welche Einzelkritik intern fällt, aber er machte klar: „Gegen keinen Gegner kann man so auftreten.“
Die Statistik liest sich wie ein Horrorprotokoll. 31:5-Torschüsse, 702:244 Pässe, 121,54 km vs. 113,75 km Laufleistung – sogar das Aluminium schlug 2:0 für die Bayern zu. Nach einer halben Stage hielt Union noch die Null, dann fiel das 0:1, 66 Sekunden später das 0:2. „Wir haben Glück gehabt, dass wir nur vier kassiert haben“, sagte Heldt. Es klang wie eine Drohung an die eigene Mannschaft.

Trimmel liefert die blaupause für das desaster
Kapitän Christopher Trimmel nahm die Kollegen in die Pflicht. „Nicht mutig genug“ mit dem Ball, monierte er. Besonders eine Szene nagt an ihm: der Diagonalball auf Michael Olise, der Stanley Nsoki aussteigen ließ und ins lange Eck einschlenzte. „Da müssen wir besser agieren“, forderte Trimmel. Er sprach vom „Auf und Ab“ der Saison, das den Verein lahme. Gute Vorstellung in Freiburg, eine Woche später Black-out in München – so geht man nicht in den Saisonendspurt.
Trainer Steffen Baumgart schob sich selbst vor den Karren: „Ich habe keinen gesehen, der heute aufgegeben hat.“ Trotzdem reichte es nicht mal für ein Ausrufezeichen. Die Antwort muss am 30. Spieltag kommen: gegen Schlusslicht St. Pauli, dann Heidenheim und Wolfsburg – alles Teams, die aktuell hinter Union stehen. Das Polster auf Platz 15 beträrt fünf Punkte, doch die Inbrunst von Heldt und Co. macht klar: Reicht das, wenn man in München wieder nur den Ball hinterherschaut?
