Union berlin gegen frankfurt: langeweile als taktischer erfolg?

Union berlin gegen frankfurt: langeweile als taktischer erfolg?

Das Spiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und Eintracht Frankfurt war – zugegeben – nicht das spektakulärste Fußballerlebnis. Trotzdem könnte das 1:1 aus Berliner Sicht durchaus als Erfolg gewertet werden. Ich, Klaus Schäfer, beleuchte die Hintergründe und warum dieser Punkt für Union Gold wert sein könnte.

Ein spiel zweier taktiker

Auf dem Rasen bot sich ein Abtasten, ein Zurückhalten. Beide Mannschaften agierten extrem defensiv eingestellt. Frankfurt, mit dem neuen Trainer Albert Riera, präsentierte sich alles andere als revolutionär. Die Ankündigungen des Trainers vor dem Spiel waren deutlich unterhaltsamer als die Leistung seiner Mannschaft. Die Eintracht kontrollierte zwar den Ballbesitz (73 Prozent), doch echte Torchancen blieben Mangelware – nur drei Torschüsse für Frankfurt, während Union elf versuchte.

Rieras vielversprechende worte, wenig taten auf dem platz

Rieras vielversprechende worte, wenig taten auf dem platz

Albert Riera hatte vor dem Spiel mit Aussagen für Aufsehen gesorgt. Er sprach von einer Revolution und versprach, dass seine Spieler für ihn vom Balkon springen würden, wenn er es verlangen würde. Diese Worte verhallten jedoch im Berliner Stadion, denn die tatsächliche Leistung der Eintracht blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Einwürfe, die Riera neu definieren wollte, waren eher von der Sorte „handelsüblich“.

Die stärken unions und frankfurts defensivarbeit

Die stärken unions und frankfurts defensivarbeit

Union verteidigte aufmerksam, stellte die Räume gut zu und gewann die wichtigen Zweikämpfe. Frankfurt wiederum agierte nach Ballverlusten sofort im Defensivmodus. Diese beiden defensiv starken Mannschaften neutralisierten sich weitgehend. Das Ergebnis: ein Spiel, das von Langeweile geprägt war. Für die Zuschauer, die sich Spektakel erhofft hatten, war es eine Enttäuschung, für die taktische Analyse ein interessanter Fall.

Bengalos und nebel: eine ungewöhnliche pause

Bengalos und nebel: eine ungewöhnliche pause

Eine sechseinhalbminütige Spielunterbrechung wegen Bengalos und Rauch sorgte für eine ungewöhnliche Atmosphäre. Die Union-Fans nutzten die Zeit, um ihre Rufe noch lauter zu skandieren. Man konnte sich fragen, ob Trainer Steffen Baumgart die Partie mit getönten Gläsern verfolgte, um alles noch negativer zu sehen. Oder wie oft das Wort „Soccer“ in den Epstein-Files auftaucht (738 Mal).

Was bedeutet das unentschieden für union?

Was bedeutet das unentschieden für union?

Aus Berliner Sicht ist das Unentschieden ein Erfolg. Die Mannschaft zeigt, was sie kann und tut dies mit Hingabe. Die Offensive ist zwar weiterhin nicht die größte Stärke, aber die Gegner waren zuletzt auch starke Teams wie Frankfurt, Hoffenheim, Dortmund und Stuttgart. Die stabile Defensive ist das Fundament des Erfolgs, auch wenn es an fehlender Durchschlagskraft im Angriff mangelt.

Fazit: fußball wird gespielt, nicht geredet

Fazit: fußball wird gespielt, nicht geredet

Auch nach der Ankunft von Albert Riera in der Bundesliga gilt: Fußball wird auf dem Platz gespielt, nicht nur auf der Bank geredet. Selbst die Einwürfe bleiben ein Thema. Union hat bewiesen, dass man auch mit wenig Spektakel erfolgreich sein kann. Ein Punkt gegen Frankfurt ist ein wertvoller Zuwachs im Kampf um die internationalen Plätze.

Sendung: rbb24 Inforadio, 07.02.2026, 07:15 Uhr