Uefa verhängt stadionverbot: benfica muss gegen rassismus-eklat 500 plätze sperren

Die UEFA hat Benfica Lissabon eiskalt bestraft. 500 Sitzplätze im Estádio da Luz bleiben künftig leer, weil Fans im Achtelfinale gegen Real Madrid Vinícius Júnior rassistisch beschimpft haben. Die Kontroll- und Disziplinarkammer verhängte zusätzlich eine Geldstrafe von 65.000 Euro und sperrte Co-Trainer Pedro Luis Ferreira Machada für ein Europapokalspiel.

Der vorfall, der alles auslöste

Am 17. Februar eskalierte die Lage im Sektor 10 und 11 der Südtribüne. Als Vinícius Júnior nach einem Foul am eigenen Spielfeldrand stand, warf Benfica-Nachwuchsprofi Gialuca Prestianni laut Spielbericht ein rassistisches Schimpfwort in Richtung des Brasilianers. Die UEFA reagierte sofort: Prestianni wurde für das Rückspiel suspendiert, fehlte also beim 1:2 im Bernabéu, das Benfica das Aus besiegelte.

Die Folgen sind messerscharf formuliert: „Verhalten von Anhängern, das rassistisch und/oder diskriminierend ist“, heißt es im Urteil. Die 500 betroffenen Plätze bleiben für ein Jahr auf Bewährung gesperrt – fällt der Verein erneut auf, droht ein Komplett-Ausschluss. Parallel dazu kassierte Benfica 40.000 Euro für die Rufe und weitere 25.000 Euro, weil Gegenstände aufs Spielfeld flogen.

Was der klub jetzt tut

Was der klub jetzt tut

Am 27. Februar veröffentlichte Benfica ein internes Protokoll: Fünf Dauerkarteninhaber wurden mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen, ihre Identitäten an die Polizei weitergegeben. Doch das ist ein Tropfen auf einem heißen Stein. Lissabon steht vor dem Paradox, dass Präsident Rui Costa nach außen Vielfalt predigt, während ein Teil der eigenen Fangbasis rechtsradikale Parolen skandiert.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den letzten drei Europapokal-Saisonen kassierte Benfica bereits viermal Geldstrafen wegen Zuschmieren – insgesamt 210.000 Euro. Der Verein schreibt schwarze Zahlen, das Image bekommt Risse. Für das Viertelfinale der Königsklasse 2025/26, sollte sich Benfica qualifizieren, muss die Klubführung nun zusätzliche Sicherheitskonzepte vorlegen.

Die UEFA hat ihre Toleranz-Grenze erreicht. Wer in Zeiten von „No to Racism“ weiterhin auf Hass setzt, fliegt raus – Punkt. Benfica steht am Scheideweg: Entweder die Lissaboner brechen den Kreislauf von Schuld und Bußgeld, oder das nächste Stadionverbot wird komplett. Die Uhr tickt, die 500 leeren Sitze im Süden des Estádio da Luz werden an jedem Europapokal-Tag daran erinnern.